Sa, 18. November 2017

Vor Singapur-GP

19.09.2014 09:13

Wolff: „Wer nichts im Kopf hat, bleibt stehen“

Die Zeit des "ferngesteuerten Piloten" endet in Singapur. Die "Krone" sprach Nacht-Grand-Prix mit Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

"Krone": Toto, der Funkverkehr wurde reduziert. Was bedeutet das für die Formel 1?
Toto Wolff: Zuerst einmal: Das trifft alle gleich. Ein Jagdpilot kommt ohne Funk nicht aus, ein Rennfahrer auch nicht. Wir testen modernste Technologien, die später in Straßenautos verwendet werden. Daher sind Dialoge mit den Piloten über Reifentemperaturen und -druck, Differential- und Setup-Optionen wichtig.

"Krone": Du bist also über dieses Verbot nicht glücklich?
Wolff: In manchen Bereichen ist es gerechtfertigt, du musst keinem sagen, dass er zehn Meter früher bremsen muss. Fakt ist, dass alle der Herausforderung gegenüberstehen, zu verstehen, wie man damit am besten umgeht.

"Krone": Die Einschränkung gilt, sobald ein Auto die Box verlassen hat, auch im Training. Motor, Reifen, Kupplung. All das wird von den Ingenieuren überprüft. Erwartest du ein Startchaos?
Wolff: Die Fahrer, die nichts im Kopf haben, werden stehen bleiben. Aber mit dem Szenario rechne ich nicht. Aber: Die Rennfahrer werden jetzt zu Ingenieuren. Sie haben eine lange Aufgabenliste bekommen, damit ein Rennen ohne Funkanweisungen gefahren werden kann.

"Krone": Wie haben Rosberg und Hamilton darauf reagiert?
Wolff: Sie waren sehr überrascht, wohl auch weil der Arbeitsaufwand enorm ist. Aber bei Hamilton war schon einmal der Funk komplett ausgefallen, trotzdem lief alles problemlos.

"Krone": Toto, wie ist denn vor Singapur das Verhältnis zwischen Nico und Lewis?
Wolff: Wie immer. Sie fallen sich nicht um den Hals, bleiben aber professionell.

"Krone": Ist Singapur eine Strecke, die Mercedes liegt?
Wolff: Es gibt keine Strecke, auf der wir so einen großen Vorsprung haben, aber auch keine, auf der wir im Nachteil sind. Wir werden auch in Singapur sehr konkurrenzfähig sein, auch weil wir mit einer anderen Getriebeeinstellung einen Technik-Joker gezogen haben. So wie es Red Bull in Spa getan hat.

"Krone": Wo liegen denn Probleme bei einem Nachtrennen?
Wolff: Die Zeitumstellung, die Hitze, die hohe Luftfeuchtigkeit, das Licht. In der Box haben wir eine Klimaanlage angebracht, die Fahrer bleiben in der europäischen Zeit: Sie gehen um drei, vier in der Früh schlafen, stehen um 14 Uhr auf.

"Krone": Und was ist anders bei Toto Wolff?
Wolff (lacht): Ich kann mit dir länger an der Bar sitzen.

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