Fr, 24. November 2017

Schläge und Tritte

18.09.2014 16:55

Garsten: 3 Justizbeamte von Häftlingen attackiert

Die Gewalt gegen Justizbeamte in den heimischen Gefängnissen scheint immer mehr auszuufern. In der berüchtigten Justizanstalt Garsten in Oberösterreich sollen Übergriffe auf Beamte zum traurigen Alltag gehören. "Die Obrigkeit unterstützt uns nicht und unsere Häftlinge wissen das", so Christian Kircher, Vize-Chef der Justizwachegewerkschaft.

Es war der Dienstag dieser Woche: Ein psychisch labiler Insasse im Maßnahmenvollzug wollte Medikamente, die ihm angeblich nicht verordnet wurden. Worauf der Häftling völlig ausgerastet sein soll. "Er hat den Justizwachebeamten in der Krankenanstalt gegen die Wand geschleudert und am Boden auf ihn eingetreten", so Kircher. "Und jedem ist das offenbar wurscht."

Die Attacke soll nicht die erste gewesen sein: Innerhalb von wenigen Wochen kam es - laut Kircher - alleine in Garsten zu insgesamt drei Übergriffe auf Wachebeamte und einen Psychiater. Und das dürfte nur die Spitze des Eisberges sein, schließlich gibt es 27 Justizanstalten im Land.

"Wir müssen uns das gefallen lassen"
Die Debatte um den Strafvollzug scheint damit neu entflammt zu sein: "Wir haben 3.000 Beamte und 9.000 Häftlinge", so Kircher. "Zigtausende Amtshandlungen und für ein, zwei Fälle, die nicht so 'sauber' sind, haut jeder auf uns hin. Wir müssen uns das gefallen lassen. Der jetzige Minister ist einer, der sich für uns intereissiert. Sonst pfeift die Obrigkeit auf uns und unsere Häftlinge wissen das."

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