So, 18. Februar 2018

Flüge ab 2017

16.09.2014 22:29

USA steigen wieder in die bemannte Raumfahrt ein

Die Vereinigten Staaten schicken ab 2017 wieder selbst Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS. Die Abhängigkeit von russischen Sojus-Kapseln werde dann beendet sein, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Dienstag mit. Die privaten US-Firmen Boeing und SpaceX seien mit der Entwicklung von Transport-Shuttles beauftragt worden, sagte NASA-Direktor Charles Bolden.

Der Vertrag habe ein Gesamtvolumen von 6,8 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 5,2 Milliarden Euro), verkündete Bolden bei einer Pressekonferenz am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Er sprach von einem "der aufregendsten und ehrgeizigsten Kapitel in der Geschichte der NASA und der bemannten Raumfahrt". Damit sei eine Vision von Präsident Barack Obama möglich - dass die Menschen der "größten Nation der Welt" auf den Mars fliegen können, so Bolden.

Transportiert werden sollen die Shuttles mithilfe eines neuen "Space Launch System" (kurz SLS, kleines Bild) - einer knapp 100 Meter hohen Rakete, die ein Startgewicht von 2.500 Tonnen haben wird. Die erste speziell auf Erkundungen im All ausgelegte Rakete seit der "Saturn V" (sie flog vor 40 Jahren die ersten Menschen zum Mond, Anm.) wird eine Nutzlast von bis zu 77 Tonnen tragen können, wie die NASA schon im August verkündete (siehe Infobox). Mit dem SLS (das Video zeigt eine jetzt veröffentlichte Animation eines Starts) soll es sogar möglich sein, Astronauten auf den Mars zu bringen.

Seit 2011 auf Sojus-Kapseln angewiesen
Vor allem aus Kostengründen hatte die NASA 2011 ihre Spaceshuttle-Flotte ausgemustert. Rund 30 Jahre lang hatten die Raumfähren, die Amerikas ganzer Stolz waren und als Garant der Vormachtstellung im All galten, zuvor Astronauten in den Weltraum gebracht. Seitdem sind die USA auf die Mitnahme ihrer Astronauten in russischen Sojus-Kapseln angewiesen, um zur Internationalen Raumstation ISS zu gelangen. Pro Reise zahlt die NASA dafür allerdings umgerechnet rund 50 Millionen Euro.

Das war der US-Weltraumbehörde ein Dorn im Auge. Daher arbeitet sie schon lange daran, wieder selbst Astronauten zur ISS bringen zu können. Vor allem seitdem die NASA angesichts der Ukraine-Politik des Kreml einen Teil ihrer Zusammenarbeit mit Russland demonstrativ eingestellt hat, gilt die Atmosphäre als angespannt.

Zusammenarbeit mit privaten Anbietern
Mit privaten Firmen arbeitet die NASA bereits seit Längerem zusammen. Diese liefern Ausrüstung und Nachschub an die ISS, transportieren bisher aber keine Menschen. Vier US-Unternehmen - SpaceX, Sierra Nevada, Boeing und Blue Origin - hatten sich um den Auftrag, Fähren für die bemannte Raumfahrt zu entwerfen, beworben und sind derzeit unterschiedlich weit in ihrer Entwicklungsarbeit.

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