Mo, 21. Mai 2018

Empörung über Foto

15.09.2014 21:24

Totengräber posiert mit exhumierter Leiche

Ein geschmackloses Foto eines Friedhofsmitarbeiters sorgt derzeit in Spanien für Empörung: Celestino Reyna posierte gemeinsam mit einem Angehörigen eines Toten samt exhumierter Leiche für die Kamera. Sein Arbeitgeber, die Stadtverwaltung von Torrevieja, entdeckte die Aufnahme schließlich im Internet und suspendierte den 55-Jährigen. Auch die Kriminalpolizei ermittelt mittlerweile in dem Fall.

Der Tote auf der Aufnahme war laut spanischen Medien bereits vor 23 Jahren auf dem Friedhof in Torrevieja, einer Stadt in Valencia im Südosten des Landes, bestattet worden. Nun sollte seine Ehefrau, die vor Kurzem verstarb, neben ihrem Gatten in der Familiengruft begesetzt werden.

Um den dafür notwendigen Platz zu schaffen, exhumierte Bestatter Reyna den Toten. Anschließend sollte das Skelett platzsparend zerstückelt werden. Die Leiche sei auf Wunsch der Nichte exhumiert worden, um das Grab zu erweitern, bestätigte Stadtrat Felipe Aldeguer entsprechende Berichte.

Frau wollte Foto von mumifizierter Leiche ihres Onkels
Doch da die Leiche überraschend gut erhalten war, dürfte es sich die Nichte des Toten anders überlegt haben. Sie machte ein Foto, um unter anderem der Schwester ihres verstorbenen Onkels dessen mumifizierten Leichnam zu zeigen. Auf dem Bild hält Totengräber Reyna (in kurzen Hosen) die Leiche, links neben dem Toten steht der Ehemann der Nichte - mit einem Lächeln im Gesicht, das angesichts der Leiche an seiner Seite äußerst deplatziert wirkt.

Dem spanischen Nachrichtenportal "Informacion" zufolge verschickte die Nichte des Toten das Foto jedenfalls über Whatsapp an mehrere Verwandte. Daraufhin verbreitete es sich über soziale Netzwerke, bis schließlich auch die örtlichen Behörden auf die geschmacklose Aktion aufmerksam wurden. Reyna wurde suspendiert, die Anstellung bei der Stadt werde er aber laut einem Bericht der Tageszeitung "El Mundo" nicht verlieren.

Stadtrat: "Nicht in böser Absicht gehandelt"
Offizielle Begründung: Er habe "nicht in böser Absicht gehandelt". Eine Dummheit sei es dennoch gewesen, "die nicht gerechtfertigt werden kann", sagte Stadtrat Aldeguer gegenüber "El Mundo". Doch für die Beteiligten könnte das Foto trotzdem Folgen haben. Dem Bericht zufolge wurde der Fall mittlerweile an die Kriminalpolizei weitergegeben, die Ermittlungen wegen Leichenschändung bzw. Störung der Totenruhe aufgenommen hat.

Die Nichte des Toten und Fotografin des makabren Bildes ist unterdessen über die Folgen des Fotos schockiert: "Wir hätten nie gedacht, dass das solche ernsten Folgen haben könnte. Und ich wollte auch keinesfalls respektlos gegenüber meinem Onkel handeln."

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