Fr, 20. Oktober 2017

Im "Krone"-Interview

15.09.2014 17:02

Hannes Kartnig: „Mein Leben mit der Fußfessel“

Seit Montag, 8.30 Uhr, trägt Hannes Kartnig eine Fußfessel. Sie ist das Resultat der Verurteilung wegen seiner Finanzvergehen. Bedeutet: Der ehemalige Sturm-Graz-Präsident darf eigentlich sein Haus nicht verlassen. Die "Krone" traf ihn zum Interview im Grazer Büro seiner Firma.

"Krone": Der erste Tag im "neuen Leben" - wie hat sich der abgespielt?
Hannes Kartnig: Ich war um 8 Uhr in der Justizanstalt. Um 8.30 hat man mir die Fußfessel angelegt, dann sind Beamte mit mir nach Hause gefahren und haben sie dort aktiviert.

"Krone": Was bedeutet das für Sie in Zukunft?
Hannes Kartnig: Ich darf mich bis zum 15. Mai 2015 nur auf 120 Quadratmetern im Haus bewegen. Zum Pool, zum Postkastl oder in den Garten darf ich nicht. Es wird auch regelmäßig Alkoholkontrollen geben, aber ich trink' sowieso nichts.

"Krone": Was tun Sie mit der vielen Zeit?
Hannes Kartnig: Ach, da mach ich mir keine Sorgen. Ein Bekannter hat mir das Gesamtwerk des Philosophen Seneca geschenkt, 800 Seiten dick. Das wollt' ich schon längst lesen. Jetzt komm' ich dazu.

"Krone": Beruflich schaut es aber ganz anders aus.
Hannes Kartnig: Ja, ich darf zur Arbeit oder zu Geschäftsbesprechungen. Auch den Anwalt darf ich aufsuchen. Und wenn ich eine Woche davor darum ansuche, kann ich auch Geschäftsreisen innerhalb Österreichs durchführen.

"Krone": So schlimm ist es also doch nicht...
Hannes Kartnig: Das mit der Fußfessel ist zu verkraften. Schlimmer ist die Ungewissheit, wie's weitergeht. Mir steht ja noch eine neue Verhandlung wegen des vorgeworfenen Betruges bevor. Da hoffe ich sehr auf ein positives Ende.

"Krone": Wie geht es Ihnen gesundheitlich?
Physisch geht's mir nach der Krebserkrankung gut. Psychisch weniger. Acht Jahre lang quält mich die Sache bereits. Ich frage mich oft, ob es wirklich Aufgabe der Justiz ist, Menschen krank zu machen oder ganz zu vernichten.

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