Di, 12. Dezember 2017

Medientage Wien

15.09.2014 11:58

Google bezeichnet sich als "Partner der Verlage"

Die Beziehung zwischen Google und der Medienindustrie ist nicht gerade einfach. Gerne wird der US-Gigant von Medienmanagern als digitales Feindbild ins Treffen geführt, wenn es um Aufmerksamkeit im Netz oder abwandernde Werbeerlöse geht. Der Suchmaschinenriese sieht sich aber als Partner der Verlage, wie Google-Manager Santiago de la Mora betont. "Wir wollen ihnen innovative, technische Lösungen anbieten."

Am Mittwoch ist der Google-Manager zu Gast bei den Österreichischen Medientagen in Wien und wird eine Rede über die neue Medienlandschaft, technologische Veränderungen und deren Auswirkungen für User wie Verleger gleichermaßen halten.

De la Mora ist beim US-Unternehmen zuständig für internationale Print-Kooperationen, die das Buchwesen ebenso umfassen wie den Zeitungs- oder Magazinbereich. "Unsere User sind interessiert an guten Inhalten, egal in welcher Form." Traditionsverlage sind in dieser Hinsicht für Google ebenso relevant wie neue, rein digital orientierte Unternehmen.

Google sieht sich als Partner der Verlage
Google will dabei als Partner im Hintergrund agieren, der sowohl technischen Support wie Publikumssteuerung übernehmen kann. Dadurch sollen Verlagshäuser "ihre Inhalte besser vermarkten und den Ertrag aus ihren Webauftritten steigern. Auch in Österreich werden wir diesen Weg gemeinsam mit den Verlagen gehen", so de la Mora.

"Ein Teil unserer Kooperation ist ja auch, dass wir monatlich mehr als zehn Milliarden Klicks auf diese Webseiten bringen, und zwar gratis. Dadurch wächst das Publikum. Und viele Journalisten verwenden die Tools, die wir bereitstellen", verweist de la Mora auf Suchprogramme oder E-Mail-Dienste.

Google will bei Wechsel ins Digitale helfen
Auf den Einwurf, dass gerade Google immer wieder in der Kritik steht, reagiert de la Mora gelassen. "Wir sehen uns eindeutig als Partner der Verlage. Klar ist, dass sich viele schwertun mit dem Wechsel ins Digitale. Deshalb fühlen wir uns verpflichtet, ihnen dabei zu helfen."

Das professionelle Nachrichtenwesen sei trotz Social-Media-Hype und anderer Verbreitungswege alles andere als überholt. "Die Menschen sind immer noch interessiert an Nachrichten, das hat sich nicht verändert. Besonders qualitativ hochwertige Inhalte sind für das Publikum und die Gesellschaft wichtig. Unser Ziel ist, die User bei ihrer Suche danach zu unterstützen und die Inhalte der Verleger auffindbar zu machen."

Ein Umbruch sei aber dennoch festzustellen. "Natürlich hat sich die Art und Weise, wie heutzutage Nachrichten konsumiert werden, geändert - auch was das Geschäftsmodell betrifft. Aber die Grundidee, der Gesellschaft Informationen bereitzustellen, ist nach wie vor vorhanden. Die Medienindustrie befindet sich in einer Transformationsphase, es gibt großartige neue Innovationen da draußen und neue Möglichkeiten für Verleger, zusätzliche Leser über digitale Kanäle zu erreichen." Künftige Entwicklungen seien angesichts der Innovationsgeschwindigkeit zwar schwer vorherzusagen, aber: "Die Verleger werden die Medienlandschaft gestalten und wir wollen ihnen dabei zur Seite stehen."

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