Sa, 18. November 2017

Schutz vor Radikalen

14.09.2014 09:05

„Moscheenvereine stärker überwachen“

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Fuat Sanac, will mehr Handhabe bei der Gründung von Moscheenvereinen. Dies wäre eine Möglichkeit, extremistischen Tendenzen entgegenzutreten, erklärte er. Der bereits fertige Entwurf für das Islamgesetz könnte noch heuer beschlossen werden, hofft Sanac, der sich selbst als Feindbild von Islamisten sieht.

Rund 250 Gebetshäuser stehen in Österreich unter der Kontrolle der IGGiÖ. Dies seien aber längst nicht alle, betont Sanac, darum habe man auch keinen Überblick über extremistische Entwicklungen: "Sie treffen die Jugendliche draußen, sie haben kleine Moscheevereine", würden Extremisten Jugendliche auch außerhalb der von der Glaubensgemeinschaft kontrollierten Bereiche anwerben.

"Mein Begehren seit drei Jahren ist, dass diese Moscheevereine nicht so einfach gegründet werden dürfen", schildert Sanac seinen Kampf für ein neues Islamgesetz. "Drei Personen gründen eine Moschee, sie haben einen Keller oder einen Hinterhof und sie nennen sich Gruppen. Wir müssen einen Paragraf in das neue Gesetz schreiben, dass die Moscheen, die gegründet werden, eine Genehmigung von der Islamischen Glaubensgemeinschaft abholen müssen", hofft er. Zusatz: "Wir wollen keine Diktatur, aber Kontrolle muss sein."

Sanac vergleicht Fundamentalismus mit Drogensucht
Der IGGiÖ-Präsident zieht auch einen ungewöhnlichen Vergleich beim Thema Fundamentalismus und Jugendliche, die für den Dschihad, den "Heiligen Krieg" angeworben werden: "Es ist wie der Kampf gegen Drogen. Da sehe ich eine Parallele: Dass wir unsere Kinder vor Drogen schützen, vor Kriminalität schützen und Extremismus schützen", meint der gebürtige Türke. "Früher" sei Radikalismus zudem noch nicht so ein großes Thema gewesen.

In direkten Kontakt mit Extremisten ist Sanac laut eigenen Angaben nie gekommen. "In meinem Umfeld habe ich keinen gesehen", sagt er. Dennoch werde der IGGiÖ-Präsident von fundamentalistischer Seite angefeindet. "Es gibt Splittergruppen von einigen Vereinen, die nicht unsere Mitglieder sind. Das ist ein großes Problem für uns. Sie betrachten uns sogar als 'Ungläubige'."

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