So, 19. November 2017

Schwierige Phase

18.09.2015 09:51

Mit weniger Streit durch die Pubertät - so geht‘s!

Viele Eltern würden einiges geben, wenn sie ihnen erspart bliebe: Die Pubertät kann aus einem bisher zugänglichen, liebenswerten Kind von einem Tag auf den nächsten ein aggressives, zurückgezogenen, empfindliches Wesen machen, zu dem man einfach keinen Zugang mehr findet. Wie Sie dem vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Die Pubertät ist jener Lebensabschnitt, in dem Ihr Kind zu einem Teenager wird. Es versucht, sich selbst zu finden, entfaltet seine eigenständige Persönlichkeit und beginnt, sich von den Eltern loszulösen. Dieser Prozess kann mitunter recht schmerzhaft vonstattengehen, wenn das Kind sich vom bisherigen Wertesystem abwendet und alles verteufelt, was die Eltern bisher für es getan haben. Nicht selten ziehen sich Kinder in dieser Zeit sehr zurück, geben nichts mehr von sich preis, wirken oft bedrückt oder gar zornig. Auseinandersetzungen stehen an der Tagesordnung, wahre Machtkämpfe können sich entfalten.

Doch so unangenehm diese Zeit für die Eltern auch ist, muss man sich doch vor Augen halten, dass sie ein normaler Prozess des Erwachsenwerdens ist. Würde Ihr Kind diese Phase nicht durchlaufen, hätte es in seinem späteren Leben Probleme mit seinem Selbstbewusstsein, seiner Konflikt- und auch Beziehungsfähigkeit. Doch die Pubertät muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass Sie den Draht zu Ihrem Kind vollständig verlieren.

Zunächst ist bereits vor dem kritischen Alter ab ca. zwölf Jahren wichtig, dass Sie eine gute Beziehung zu Ihrem Kind aufgebaut haben. Ihr Kind spürt, wenn es geliebt und akzeptiert wird. Haben Sie immer schon viel gemeinsam unternommen und weiß Ihr Kind, dass es mit allen Problemen zu Ihnen kommen kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es das auch weiterhin tun wird.

Gesprächsbereitschaft signalisieren
Für Ihr Kind werden nun seine Freunde wichtiger als die Eltern. Das müssen Sie akzeptieren, besonders, zumal das gar nicht böse gemeint ist. Gleichaltrige verstehen meist einfach besser, wie man sich fühlt, wenn der Schwarm nichts von einem wissen will oder alle Welt einfach nur ungerecht ist.

Dennoch sollten Sie Ihrem Kind zu verstehen geben, dass Sie für es da sind. Fragen Sie es, wie es ihm geht, aber ohne zu aufdringlich zu sein oder gar einen Vorwurf zu machen. Denn beginnen Sie mit "Von dir erfährt man ja gar nichts mehr…", können Sie davon ausgehen, dass diese Tür verschlossen bleibt. Solange Ihr Kind das Gefühl hat, es darf erzählen, wird es das auch tun. Gemeinsame Fernsehabende oder Einkaufsbummel sind oft Gelegenheiten, bei denen Ihr Kind von sich aus zu reden beginnt oder sich einfach gesprächiger zeigt.

Verständnis zeigen
Erzählt Ihnen Ihr Kind etwas von sich, versuchen Sie, keinesfalls über diese Erlebnisse urteilen, sondern Verständnis zum Ausdruck bringen. Ist Ihre 14-jährige Tochter gerade unglücklich verliebt, bringt es herzlich wenig, wenn Sie ihr sagen, dass sie für derartige Sachen ohnehin noch zu jung ist. Damit verbauen Sie sich jegliche Chance für die Zukunft, dass sich Ihr Kind Ihnen wieder anvertraut. Berichten Sie von Ihren Erfahrungen, trösten Sie es und bringen Sie Vorschläge ein, wie sich Ihr Kind richtig verhalten kann. Schließlich braucht es gerade in dieser Zeit auch Orientierung. Vermitteln Sie ihm ausreichend Sicherheit, dann wird es sich bei Ihnen weiterhin wohlfühlen.

Freunde akzeptieren
Lassen Sie es ruhig zu, dass Ihr Kind seine Freunde mit nach Hause bringt. So lernen Sie diese kennen und können sich einen Eindruck bilden. Denn wenn Sie die Freunde kennen, können Sie ganz anders damit umgehen, wenn Ihr Kind auch mal abends fortgehen will. Haben Sie Bedenken hinsichtlich des Umgangs, sollten Sie diese auch zum Ausdruck bringen und bei Ihrem Kind ansprechen. Finden Sie heraus, was es an dieser Gruppe so toll findet, und versuchen Sie, seinen Umgang durch andere, neue Hobbys zu verbessern.

Ein Klassiker ist die Tanzschule, die für viele 14- und 15-Jährige eine tolle Erfahrung und zugleich eine Möglichkeit ist, mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen. Generell sollten Sie Ambitionen Ihres Kindes unterstützen, wenn es Interesse an neuen Hobbys zeigt: Sport, Tanz, Gesang, Erlernen eines Instruments. Derartige Aktivitäten geben Halt im täglichen Leben und tragen zu einem gesunden Selbstwertgefühl Ihres Kindes bei. Außerdem wird Ihr Kind Ihr Interesse und Ihre Unterstützung positiv aufnehmen.

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