Di, 22. Mai 2018

Ethik-Rat ermittelt

13.09.2014 12:46

FIFA droht wegen geschenkter Luxusuhren Skandal

Die Ermittlungen rund um Korruptionsvorwürfe bei den Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sind noch gar nicht richtig abgeschlossen, da droht der FIFA bereits der nächste gehörige Skandal! Diesmal geht es um Luxusuhren, die der brasilianische Verband CBF während der WM 2014 an Dutzende hochrangige FIFA-Funktionäre verschenkt haben soll, wie die "Welt am Sonntag" berichtet. Das Problem dabei: Der FIFA-eigene Ethikkodex verbietet derartige Geschenke ausdrücklich. Der oberste FIFA-Ermittler, Michael Garcia, nahm bereits seine Arbeit auf.

Zumindest angeboten wurden die Uhren der Schweizer Firma Parmigiani Fleurier den 25 Mitgliedern des FIFA-Vorstands, den Präsidenten der 32-WM-Teilnehmer-Verbände und den Präsidenten der südamerikanischen Verbände – wer sie annahm, das muss nun FIFA-Ermittler Garcia klären.

"Benimm-Handbuch" der FIFA eindeutig
Denn eine Sache ist glasklar: Wer eine der Uhren, deren Wert sich laut "Welt am Sonntag" im fünfstelligen Euro-Bereich bewegen soll, angenommen hat, der hat wohl definitiv gegen den Ethikkodex der FIFA verstoßen. Dieses "Benimm-Handbuch" der FIFA ist da nämlich recht deutlich.

Nur Geschenke mit symbolischem Wert erlaubt
"Diesem Reglement unterstellte Personen dürfen Personen inner- oder außerhalb der FIFA (...) nur Geschenke und sonstige Vorteile gewähren oder von diesen solche annehmen, die einen symbolischen oder geringen Wert haben." Im Zweifelsfall seien solche Geschenke weder zu gewähren noch anzunehmen.

Exekutivmitglied Zwanziger bestätigt Vorfall
Das deutsche FIFA-Exekutivmitglied Theo Zwanziger erklärte, er habe erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland bemerkt, "dass mir der CBF eine Uhr geschenkt hat. Ich habe dann die Ethikkommission über meinen Fund informiert und gesagt, dass ich die Uhr umgehend zurückgeben möchte". Zugleich forderte er Konsequenzen für Brasiliens Verband.

Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erhielt nach Angaben von Mediendirektor Ralf Köttker eine Uhr – angeblich im Wert von umgerechnet 20.000 Euro. Er habe sie gar nicht erst angenommen, "sondern umgehend per Boten an den CBF zurückgeschickt", so Köttker.

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