Sa, 25. November 2017

Warnt vor „Wahnsinn“

13.09.2014 11:46

Papst Franziskus: „Dritter Weltkrieg im Gange“

Papst Franziskus hat am Samstag bei seiner Messe auf dem Weltkriegsdenkmal Fogliano Redipuglia in Friaul vor dem "Wahnsinn des Kriegs" gewarnt. In Konzelebration mit Bischöfen aus Italien und ehemals habsburgischen Ländern gedachte Franziskus der Opfer aller Kriege der blutigen Isonzo-Schlachten des Ersten Weltkrieges. Ein "Dritter Weltkrieg" mit verschiedenen parallel laufenden Konflikten sei zurzeit im Gange, der Zerstörung und Tod verursache, so Franziskus.

In seiner Predigt vor Zehntausenden Pilgern aus ganz Europa, darunter viele aus Kärnten, Slowenien und der Tschechischen Republik, betonte der Heilige Vater weiter, dass der Krieg das Schönste zerstöre, das Gott geschaffen habe, den Menschen. Krieg werde oft von Ideologien gerechtfertigt, er sei jedoch die verheerende Folge "verzerrter Impulse" wie Machtstreben und Habsucht. Der Pontifex warnte vor den vielen Kriegen, die zurzeit die Welt belasten, außerdem meinte er, dass hinter dem Krieg die Waffenindustrie stecke. Waffenhändler bezeichnete er als "Organisatoren des Terrors", die ihr Herz verloren haben.

"Schatten Kains": Papst besuchte Soldatenfriedhof
Auf dem Weltkriegsdenkmal von Redipuglia, in dem sich die sterblichen Reste von 100.000 italienischen Soldaten befinden, gedachte der Papst der Katastrophen des Ersten Weltkriegs. "Der Schatten Kains belastet uns immer noch, wie man in diesem Friedhof sieht. Das sieht man klar an der Geschichte seit 1914 bis heute", so der Papst.

"All diese gefallenen Soldaten, die hier ruhen, hatten Pläne und Träume, die der Krieg vernichtet hat", betonte der Papst. Die Messe wurde von mehreren Bischöfen mit zelebriert, darunter vom Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn und vom Kärntner Bischof Alois Schwarz.

Franziskus gedachte seines gefallenen Großvaters
Während der Messe gedachte Franziskus auch seines Großvaters Giovanni Bergoglio, der im Ersten Weltkrieg im Infanterieregiment "Bersaglier" mitgekämpft hatte. Von ihm habe er viel über das Leid im Ersten Weltkrieg erfahren, betonte der Papst, der dessen Soldaten-Matrikelblatt erhielt.

Unter den Gefallenen, die in der Weltkriegsgedenkstätte von Redipuglia ruhen, befinden sich auch weitere Angehörige des Papstes: Vittorio Bergoglio, ein Großonkel des Papstes, der am 29. November 1915 am Col di Lana in den Kämpfen gegen die Österreicher gefallen war. Am Monte Ortigara fiel zwei Jahre später, am 18. Juni 1917, Giulio Bergoglio, ein weiterer Großonkel von Franziskus. Im Gefallenenverzeichnis der Weltkriegsgedenkstätte von Redipuglia finden sich insgesamt vier Personen mit dem Familiennamen des Papstes.

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