Di, 21. November 2017

Florianis im Einsatz

13.09.2014 13:14

Überflutungen nach Starkregen im Süden Österreichs

Heftige Regenfälle haben in der Steiermark, in Kärnten sowie im Südburgenland in der Nacht auf Samstag für zahlreiche Überschwemmungen gesorgt und den Helfern der Feuerwehren einiges abverlangt. Besonders betroffen war im Burgenland der Bezirk Jennersdorf, in der Steiermark war es in den Bezirken Südoststeiermark, Leibnitz und Deutschlandsberg am schlimmsten. Auch im Kärntner Lavanttal mussten die Helfer immer wieder zu Einsätzen ausrücken.

Binnen kürzester Zeit fielen in den betroffenen Gebieten der Steiermark bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter, vor allem in den Bezirken Leibnitz, Südoststeiermark und Deutschlandsberg, aber auch Voitsberg, Hartberg-Fürstenfeld und Weiz hatten die Einsatzkräfte schwer mit den Wassermassen zu kämpfen. In den Morgenstunden standen landesweit rund 100 Feuerwehren mit rund 1.000 Feuerwehrleuten im Einsatz.

Keller bis zu 150 Zentimeter hoch überflutet
Bei Bad Gleichenberg sei etwa der Sulzbach über die Ufer getreten, woraufhin die Gleichenberger Straße gesperrt werden musste, berichtete Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband. Mehrere Keller wurden bis zu 150 Zentimeter hoch überflutet. "Sorgen bereitet uns auch die Raab. Da ist der kritische Punkt noch nicht erreicht, aber die Tendenz ist steigend", so Meier.

Aus dem Bezirk Leibnitz wurden ebenso überflutete Keller, umgestürzte Bäume und bis zu 70 Zentimeter hoch überschwemmte Straßen gemeldet. Betroffen war vor allem der Süden des Bezirkes. Im Ortszentrum von Gamlitz etwa kam es nach Angaben von Herbert Putz, Sprecher des Bezirksfeuerwehrverbandes, zu insgesamt drei Hangrutschungen, wobei sich das Erdreich auf einer Gesamtfläche von 250 bis 300 Quadratmetern bewegte.

Ein Wirtschaftsgebäude sowie ein Wohnhaus drohten abzusinken - Personen seien jedoch nicht gefährdet, hieß es. Um ein weiteres Abrutschen des Erdreichs zu verhindern, deckten die Helfer der Feuerwehr den Hang mit Planen ab und sicherten ihn. Zudem stand im Ort bei einem Wohnhaus der Keller bis auf 180 Zentimeter unter Wasser, berichtete der Bereichsfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Friedrich Partl.

ÖBB-Streckensperre nach zwei Murenabgängen
Zwei weitere Murenabgänge am Samstagmorgen führten zudem zu einer Sperre der Bahnstrecke zwischen Leibnitz und Spielfeld-Straß. Ein Schienenersatzverkehr für den Fern- und Nahverkehr sei unverzüglich eingerichtet worden, mit Unregelmäßigkeiten oder Verspätungen müsse aber gerechnet werden, berichtete ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Da die Muren mit Spezialgeräten beseitigt werden müssen, die erst am Montag zur Verfügung stünden, werde die Strecke voraussichtlich erst am Dienstag wieder befahrbar sein, erläuterte der ÖBB-Sprecher.

Insgesamt waren im Bezirk 14 Feuerwehren mit rund 175 Kräften im Einsatz. Seitens des Bereichsfeuerwehrkommandos Leibnitz wurde mit weiteren Einsätzen im Laufe des Tages gerechnet.

Muruferpromenade in Graz gesperrt
In der Landeshauptstadt Graz wurde aufgrund des erhöhten Pegelstandes der Mur mit einem Wert von 421 Zentimetern die Muruferpromenade gesperrt. Auch die Retentionsfläche für den Einödbach im Bezirk Wetzelsdorf im Westen der Stadt musste gesperrt werden.

Muren blockierten Kärntner Gemeindestraßen
Auch Kärnten blieb vom Starkregen nicht verschont. Im Lavanttal waren vor allem St. Andrä und Frantschach betroffen, wo die Feuerwehren zahlreiche Keller auspumpen mussten. Ebenso führten die heftigen Regenfälle im Osten Klagenfurts zu Überflutungen.

In Bad Eisenkappel verlegte eine Mure eine Gemeindestraße, zudem kam dort ein 30 Jahre alter Autolenker aus Ungarn bei starkem Regen von der Fahrbahn ab. Der Wagen überschlug sich laut Polizei gleich zweimal und kam wieder auf den Rädern zu stehen. Der Lenker wurde verletzt ins Klinikum Klagenfurt gebracht. In der Ortschaft Saureggen im Bezirk Feldkirchen ging in der Früh ebenfalls eine Mure - mit rund 20 Metern Breite und einer Länge von 200 Metern - ab und blockierte eine Gemeindestraße. Diese wurde bis zu einer Besserung der Wetterlage aus Sicherheitsgründen gesperrt. Eine lokale Umleitung für Anrainer wurde eingerichtet.

Auf der Südautobahn A2 in Krumpendorf kam es aufgrund des starken Regens zu einem weiteren Verkehrsunfall. Eine 24-jährige Frau aus Pörtschach geriet ins Schleudern - sie hatte aufgrund der schlechten Sicht geglaubt, ein Hindernis zu sehen und daher ihr Fahrzeug verrissen. Das Auto überschlug sich, die Lenkerin blieb aber glücklicherweise unverletzt.

Überflutete Keller und Straßen auch im Südburgenland
Doch auch im südlichen Burgenland hatten die Feuerwehren alle Hände voll zu tun. Auch hier führten vor allem im Bezirk Jennersdorf schwere Regenfälle in der Nacht zu zahlreichen überfluteten Kellern und Straßen. Vor allem in der Bezirkshauptstadt und in den Ortsgebieten von Mogersdorf und Weichselbaum standen die Feuerwehren im Dauereinsatz.

In Mogersdorf musste außerdem die Pumpstation des Abwasserverbandes gesichert werden, um einen Ausfall des Kanalsystems im gesamten Raabtal zu verhindern. In Heiligenkreuz blieb eine Person mit dem Auto im Hochwasser stecken und musste von der Feuerwehr aus ihrer Notlage befreit werden.

Am späten Samstagvormittag habe sich die Situation aufgrund des nachlassenden Regens entspannt, die Feuerwehren konnten nach und nach wieder einrücken, hieß es aus dem Landesfeuerwehrverband. Die restlichen Bezirke des Burgenlandes waren nach Angaben der Einsatzkräfte nur vereinzelt von Überschwemmungen betroffen.

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