Mo, 19. Februar 2018

Kampf gegen Terror

13.09.2014 10:27

Allianz der USA gegen IS-Miliz wächst

Die von den Vereinigten Staaten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat geschmiedete Allianz wird immer größer. Am Freitag hieß es aus Bagdad, dass sich Frankreich ebenfalls an den Luftangriffen gegen IS beteiligen möchte. Staatchef Francois Hollande hatte zuvor mit dem irakischen Regierungschef Haidar al-Abadi Gespräche geführt. Außerdem erwägt Medienberichten zufolge auch die deutsche Regierung eine stärkere Beteiligung im Kampf gegen die Extremisten im Irak und Syrien.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung bereiten sich derzeit 40 Fallschirmjäger der Deutschen Bundeswehr auf einen Einsatz im Nordirak vor. Die Soldaten sollten ausgewählte kurdische Kämpfer der Peschmerga in den Gebrauch von Sturm- und Maschinengewehren einweisen, die Deutschland zum Kampf gegen die IS-Miliz liefern will, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam dem Blatt. Zu erwarten sei, dass sich kleinere Ausbildungsteams im Einsatz abwechselten.

Wann die ersten Fallschirmjäger in den Irak fliegen sollten, sei noch unklar. Neben dem Training im Krisengebiet plant die Bundeswehr die Ausbildung von 30 Peshmerga-Kämpfern auch in Deutschland. Hier sollen sie in den Gebrauch von Panzerabwehrwaffen und Großgeräten eingewiesen werden, die ebenfalls in den Irak geliefert werden. Im Mittelpunkt der deutschen Unterstützung dürfte aber laut der "Süddeutschen Zeitung" politische und humanitäre Hilfe stehen.

Hollande nennt keine militärischen Details
Zuvor hatte Iraks Regierungschef Abadi mitgeteilt, dass ihm Frankreichs Präsident Hollande bei einem gemeinsamen Gespräch versprochen habe, sich an Bombardements von IS-Stellungen zu beteiligen. Hollande selbst wollte bei einer Pressekonferenz der beiden Politiker keine Details zu militärischen Planungen nennen. Frankreich arbeite zusammen mit seinen Verbündeten, um eine passende Antwort auf die Krise zu geben.

Der französische Außenminister Laurent Fabius hatte in dieser Woche die Bereitschaft seines Landes erklärt, sich - "sofern notwendig" - an Lufteinsätzen im Irak zu beteiligen. Die britische Regierung will den amerikanischen Partner ebenfalls unterstützen.

Zehn arabische Staaten dabei, Rolle der Türkei unklar
Bereits am Donnerstag hatten zehn arabischen Staaten erklärt, sie wollten ihren Teil zum Kampf gegen den IS beitragen und die Militäraktion der Amerikaner unterstützen. Dazu gehören die sechs Golfstaaten sowie der Irak, Jordanien, der Libanon und Ägypten, wo US-Außenminister John Kerry am Samstag erwartet wird. Die Türkei hält sich bisher mit konkreten Zusagen zurück, obwohl sie sich grundsätzlich der Allianz angeschlossen hat.

Bisher greift die US-Luftwaffe als einzige ausländische Macht Stellungen der IS-Extremisten im Norden des Iraks an. Dort kontrolliert die Terrormiliz große Gebiete des Landes. US-Präsident Barack Obama hatte am Mittwochabend in Washington zudem Luftangriffe gegen den IS im benachbarten Syrien angekündigt.

Washington: "USA befinden sich im Krieg"
Mittlerweile sprechen die USA auch nicht mehr von einer Terrorabwehraktion, sondern von einem Krieg gegen die Extremisten. Obamas Sprecher Josh Earnest sagte am Freitag auf eine Journalistenfrage, dass der IS bereit sei "Krieg gegen die Welt zu führen". Eine internationale Koalition solle dieser Bedrohung entgegentreten und sie letztlich zerstören. Daraus könne man schließen, "dass sich die USA in einem Krieg mit IS befinden, in derselben Weise, wie wir uns in einem Krieg mit Al-Kaida und deren Verbündeten rund um die Welt befinden."

Noch am Donnerstag hatte US-Außenminister John Kerry in einem Interview des Senders CNN gesagt, Krieg sei ein falscher Begriff für den Kampf gegen den IS. Es handle sich um eine "sehr bedeutende Terrorabwehr-Operation". Auch Präsident Obama hatte in seiner Strategie-Rede an die Nation in der Nacht auf Donnerstag nicht von Krieg gesprochen.

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