Mo, 21. Mai 2018

Abspaltungs-Boom?

13.09.2014 17:00

Aufstand der Kleinen: Kampf um Unabhängigkeit

Das Unabhängigkeitsreferendum in Schottland könnte das Vereinigte Königreich auflösen. Doch der Blick auf die europäische Landkarte verrät: In immer mehr Ländern wollen sich Regionen abspalten.

Wird der Union Jack, die weltbekannte britische Flagge, bald ein Museumsstück? Am 18. September wird es sich entscheiden. Denn wenn die Schotten "Yes" sagen, muss sich das dann nicht mehr ganz so große Britannien eine neue Fahne suchen. Bisher setzt sie sich aus drei Bannern zusammen: der englischen Flagge mit dem St.-Georgs-Kreuz, dem irischen Patrickskreuz und eben dem schottischen Andreaskreuz. Umfragen meinen, es wird knapp.

Loslösung ist in einigen Ländern ein Thema
"Regionen gab es früher als Nationen", sagen Völkerrechtler und machen auf ein Phänomen aufmerksam, das in Europa um sich greift. Denn nicht nur auf der Insel könnte es bald neue Grenzen geben. Besonders stark sind die Separatisten in Spanien. Und das gleich zweifach. Die Basken wollen sich ebenso vom Mutterland und Madrid lösen wie die Katalanen. Im November wird es hier eine Volksabstimmung über die Loslösung vom Königreich geben. Von der Gegenseite wird sie nicht anerkannt.

In Belgien wollen sich die Flandern von der französisch geprägten Wallonie lösen. In Italien will Venetien und eigentlich sogar der gesamte wohlhabende Norden los von Rom und dem maroden Süden.

Länderteilungen sind kein Neuland
Länderteilungen wären für Europa übrigens kein Neuland. 1992 gingen Tschechen und Slowaken getrennte Wege. Grönland wurde 1979 autonom von Dänemark und trat 1985 aus der EU aus. Hauptgrund für diese Entscheidung war die Überfischung. Und damit schließt sich der Kreis mit vielen anderen nach Unabhängigkeit strebenden Regionen. Denn oft sind wirtschaftliche Gründe genauso wichtig wie patriotische.

Kein Wunder also, dass der wahlkämpfende First Minister in Schottland immer wieder auf die Ölquellen in der Nordsee verweist. Und spätestens am Donnerstag werden er und seine Getreuen auch wieder den ein oder anderen Highland-Whisky kippen. Aus Freude über die gewonnene Abstimmung – oder um den Frust über den geplatzten Traum vom eigenen Staat vergessen zu machen.

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