So, 18. Februar 2018

Peter Schröcksnadel:

10.09.2014 16:38

"Im Fußball ist vieles da - aber es geht nichts"

Er ist einer der mächtigsten Männer in Österreichs Sport. Seit 24 Jahren leitet er höchst erfolgreich den Skiverband, jetzt soll er auch für die Sommerspiele 2016 die Weichen auf Erfolg stellen. Nur im Fußball hat er sich noch nicht engagiert. Doch auch darüber spricht Peter Schröcksnadel im "Krone"-Interview.

"Krone": Herr Professor Schröcksnadel, man kennt Sie hinlänglich als erfolgreichen Ski-Präsidenten, aber Hand aufs Herz: Kennen Sie sich im Sommersport überhaupt aus?
Peter Schröcksnadel: Ich habe zumindest viel selbst probiert. Ich habe in der Landesliga Fußball gespielt. Als Tormann – und das bei meiner Größe. Ich habe Stabhochspringen versucht, ohne dabei freilich weit zu kommen. Ich bin schießen gegangen, habe geboxt, gefochten und so weiter. Aber deswegen verstehe ich noch lange nichts vom Sommersport. Ich habe eigentlich keine Ahnung davon. Aber die muss man auch nicht haben. Wichtig ist, dass man den Sport an sich versteht. Dass man weiß, was Sportler zum Siegen brauchen. Das richtige Gefühl hat, was ihnen fehlen könnte. Und dieses Gefühl glaube ich zu haben. Ein noch so guter Skiläufer ist chancenlos, wenn er keinen schnellen Ski hat. Und genauso braucht ein Ruderer ein gutes Boot, ein Schwimmer möglichst ideale Trainingsbedingungen und so weiter und so fort.

"Krone": Von allen Sportarten, die Sie selbst betrieben haben, hatten sie bisher als Funktionär nur mit einer noch nie etwas zu tun: mit Fußball.
Schröcksnadel: Aber ich wurde schon x-mal gefragt, ob ich was tun könnte. Nur wäre das ein Fulltime-Job, genau wie im der des Ski-Präsidenten. Was ich derzeit für Olympia 2016 mache, ist ja vor allem Koordination und zeitlich nicht so aufwendig.

"Krone": Aber würden Sie auch im Fußball entsprechende Erfolge für möglich halten, wenn die von Ihnen angesprochene Basis vorhanden wär?
Schröcksnadel: Im Fußball sind sehr viele dieser Dinge schon da – aber es geht trotzdem nichts. Doch da krankt es meiner Meinung nach am System. Wie sollen wir erfolgreich sein, wenn bei Vereinen kaum ein Junger spielen kann, weil man lieber drei, vier betagte Ausländer einsetzt. Wobei ich der Meinung bin, dass das Nationalteam auf einem sehr guten und richtigen Weg ist. Auch von der Arbeit von ÖFB-Präsident Leo Windtner halte ich sehr viel. Was derzeit fehlt, ist aber einer, wie es früher der Polster war. Einer, der da ist, wartet – und die Tore macht.

"Krone": Sollte sich auch so einer finden: Wo würden Sie dann von den Erfolgen her den Zenit für die österreichische Nationalmannschaft ansiedeln?
Schröcksnadel: Was Belgien kann, was Holland kann – warum können wir das nicht? Ich glaube, dass wir das auch können sollten. Oder Kroatien, oder die Schweiz? Dass Länder wie Belgien oder vielleicht sogar Slowenien mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern besser ist als wir – pardon, aber das kann doch einfach nicht sein.

"Krone": Wenn im Fußball der Zenit sogar bei Leistungen wie jene von Holland liegen könnte, wo ist er dann in Rio 2016?
Schröcksnadel: Ich denke, dass dort für Österreich drei bis fünf Medaillen möglich sind.

"Krone": Bei der bevorstehenden Alpin-WM in Vail dürfens aber ein bissl mehr sein, oder?
Schröcksnadel: Dort ist das Ziel fünf bis acht. Aber das braucht man mich vor Ski-Großereignissen gar nicht mehr fragen: Das sage ich immer.

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