So, 27. Mai 2018

Brite trumpft auf

08.09.2014 22:28

Jaguar XE: So soll er Klassenbester werden

Ausgerechnet am Tag der Verkündung des Royal Babys: Jaguar hat bei einem spektakulären Event im Londoner Earls Court selbstbewusst den brandneuen Jaguar XE präsentiert. Die Mittelklasse-Limousine soll mit Aluminium, Hightech und einem besonders aufwendigen Fahrwerk seinen Konkurrenten 3er-BMW, Audi A4 und Mercedes C-Klasse das Wasser nicht nur reichen, sondern geradezu abgraben.

Das Unternehmen strotzt nur so vor Kraft und Selbstvertrauen, und so wird der XE den Anfang des Jahrzehnts veritabel gefloppten X-Type aller Voraussicht nach vergessen machen, als der Big Ben ein Uhr schlägt. Bei Jaguar ist man davon überzeugt: Der XE ist in jeder Hinsicht das beste Auto, das in diesem Segment zu haben ist.

Jaguar-Mantra: "Better look, better drive, better value"
Die Optik ist bestechend: Die lange Motorhaube, die fließenden Linien und der kurze hintere Überhang vermitteln Sportlichkeit und die kräftigen Schultern hinten sollen gar an den F-Type erinnern, der die Autowelt so begeistert. Die Lichtzeichnung der Heckleuchten zitiert den F-Type jedenfalls. Trotz flacher, beinahe coupéhafter Silhouette und cW 0,26 finden die Insassen angeblich sogar auf der Rückbank genügend Platz. Die Türen blieben bei der Präsentation leider verschlossen. Der Kofferraum fasst 455 Liter, die Rückbanklehne ist 40:20:40 klappbar.

Das Ganze ist als Aluminium-Monocoque ausgeführt, wodurch der Jaguar XE Bestwerte in Sachen Gewicht und Verwindungssteifigkeit (20% steifer als der Jaguar XF) erzielen soll. Es wurde dreimal so viel Alu wie Stahl verbaut, sogar ein geringer Anteil an Recycling-Alu und ein wenig Magnesium ist dabei. Die Briten geben das Gewicht des Top-Modells XE S mit V6-Motor mit 1.474 kg ohne Fahrer an - immerhin rund 40 kg leichter als ein BMW 335i. Der leichteste XE (mit 2-Liter-Benziner) soll nach Jaguar-Angaben 1.435 kg mit Fahrer (!) wiegen.

Gentlemen, start your engines
Die motorische Speerspitze bildet das kompressorgeladene 3-Liter-V6-Triebwerk aus dem Jaguar F-Type, das im Jaguar XE S 340 PS leistet und 450 Nm bei 4.500/min. stemmt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll damit in 5,1 Sekunden möglich sein. Zu Recht stolz ist man auf den Zweiliter-Vierzylinder-Diesel aus der neu geschaffenen "Ingenium"-Baureihe, der in der sparsamsten Version mit 3,8 l/100 km (CO2 99 g/km) den Normverbrauch eines Kleinwagens aufweist. Er kommt auf 163 PS/380 Nm. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es zum Verkaufsstart noch einen stärkeren Diesel sowie zwei Vierzylinder-Benziner. Daten dazu serviert Jaguar erst Anfang Oktober auf dem Pariser Autosalon.

Für die Benziner ist eine gewichtsoptimierte Version der ZF-Achtgangautomatik obligatorisch, für die Diesel gibt es eine manuelle Sechsgang-Option. Später sollen auch Benziner mit manuellem Getriebe angeboten werden. Auch eine Hybridversion soll nachgereicht werden, und sogar von einer supersportlichen Ausführung mit dem 550-PS-V8 aus dem F-Type ist hinter vorgehaltener Hand die Rede.

Aufwendige Fahrwerkskonstruktion
Damit der Jaguar XE gleichermaßen sportlich wie komfortabel über die Straßen schwebt und fegt, ist das Fahrwerk vom Allerfeinsten gestaltet. Statt einer McPherson-Vorderachse kommt eine Aluminium-Doppelquerlenker-Konstruktion zum Einsatz, hinten eine Aluminium-Integral-Achse, welche die Quadratur des Kreises aus sportlicher Straßenlage und Oberklasse-Limousinen-Komfort bewerkstelligen soll. Dafür nimmt Jaguar sogar in Kauf, dass das aufwendigere Fahrwerk im Vergleich mit insgesamt rund 35 bis 40 Mehr-Kilogramm zu Buche schlägt. Für die elektromechanische Servolenkung versprechen die Briten besondere Gefühlsechtheit.

Mit Hightech unterwegs
Der Jaguar XE ist voll von modernen Assistenzsystemen. Das Head-up-Display blendet seine Infos per Laser mehrfarbig in der Windschutzscheibe ein. Eine Stereo-Kamera versorgt den City-Notbremsassistenten (unterstützt vom Radar, Crashvermeidung bis 40 km/h), die Verkehrszeichenerkennung und den Spurwechselwarner. Adaptivtempomat ist Ehrensache, außerdem gibt es Rückfahrüberwachung, Spurhalte- und Totwinkel-Assistent sowie Einparkassistent, auch fürs Querparken. Die Geländewagen-Erfahrung des Konzerns kondensiert in einem speziellen "Tempomat", der Bergauffahrten bis 30 km/h auf glatter Straße besser bewerkstelligt als der Fahrer selbst.

Bisher nicht gerade die Schokoladenseite in einem Jaguar war das Infotainment. Doch diese anachronistischen Zeiten dürften vorbei sein: Das neue "InControl"-System soll reaktionsschnell arbeiten, die Navi-Daten kommen von SD (dadurch entfällt der Werkstattbesuch zum Update) und der XE wird zum WLAN-Hotspot mit eigener Antenne, mit dem sich bis zu acht Geräte verbinden lassen. Über den 8-Zoll-Touchscreen lassen sich verschiedene Smartphone-Apps bedienen. Das Fahrzeug lässt sich per Handy zum Beispiel auch vorheizen oder öffnen/versperren.

Der Jaguar XE kommt in Österreich im Juni 2015 auf den Markt. Zu Preisen ab 37.000 Euro kann er aber schon jetzt bestellt werden. Angesichts der Milliarden-Investitionen, die Jaguar Land Rover in neue Produktionsanlagen gesteckt hat, ist noch einiges an neuen Modellen zu erwarten.

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