Mi, 23. Mai 2018

Forscher vor Rätsel

10.09.2014 09:35

Geysire auf Jupitermond Europa plötzlich versiegt?

Im Dezember vergangenen Jahres haben Forscher der US-Weltraumbehörde NASA berichtet, dass man mithilfe des Observatoriums "Hubble" in der Südpolregion des Jupitermondes Europa Geysire entdeckt habe. Jetzt sind die gewaltigen Fontänen, die eine Höhe von rund 200 Kilometern erreichten, plötztlich verschwunden. Warum, darüber herrscht Rätselraten.

Bei Folgebeobachtungen der Südpolregion von Europa im Jänner und Februar dieses Jahres habe man keinerlei Hinweise auf die Geysire entdecken können, berichten US-Forscher. Dafür gebe es verschiedene Erklärungen: So könne es beispielsweise sein, dass die Geysire des Jupitermondes nur zeitweise aktiv sind - wie etwa Vulkane auf der Erde.

Forscher rätseln über Verschwinden
Denkbar sei aber auch, dass die Instrumente von "Hubble" die Geysire auf Europa unter bestimmten Bedingungen nicht wahrnehmen können, sagt Kurt Retherford vom Southwest Research Institute in San Antonio im US-Bundesstaat Texas. Vielleicht seien die Geysire aber zu manchen Zeiten auch nicht so gewaltig und dann zu klein, um sie mit "Hubble" zu sehen, mutmaßt der Wissenschaftler.

Der Experte will aber auch nicht ausschließen, dass es die Geysire gar nicht gibt und dass die "Hubble"-Daten vom Dezember falsch interpretiert wurden oder dass es sich um sogenannte Artefakte (fehlerhafte Darstellungen in digitalen Bildern, die nicht von den Ausgangsdaten herrühren, Anm.) handelte. Retherford betont aber, dass das ziemlich unwahrscheinlich sei. Von November bis April wollen die Forscher den Jupitermond daher erneut mit "Hubble" unter die Lupe nehmen, um das Rätsel zu lösen.

Sechstgrößter Mond des Sonnensystems
Europa ist der zweite und kleinste der vier großen Monde des Planeten Jupiter und der sechstgrößte in unserem Sonnensystem. Mit einem Durchmesser von 3.121 Kilometern ist Europa etwas kleiner als der Erdtrabant und je nach Sonnenumlauf zwischen einer halben und rund einer Milliarde Kilometer - und damit rund doppelt so weit wie der Mars - von unserer Erde entfernt.

Europa steht schon seit Längerem im Fokus der extraterrestrischen Forschung, weil es deutliche Hinweise dafür gibt, dass sich unter seiner Eisoberfläche ein globaler Ozean aus flüssigem Wasser befindet (siehe Infobox).

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