Mo, 26. Februar 2018

Ukraine-Konflikt

07.09.2014 11:47

Erstes Todesopfer seit Beginn der Waffenruhe

Einen Tag nach Inkrafttreten einer Waffenruhe ist es bei der ostukrainischen Stadt Mariupol offenbar zu erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen, auch ein Todesopfer ist zu beklagen. In der Hafenstadt waren am Samstagabend anhaltendes Artilleriefeuer und mehrere schwere Explosionen zu hören. Bereits zuvor hatten sich beide Seiten gegenseitig den Bruch der Feuerpause vorgeworfen. Am Sonntag kam es dann auch bei Donezk zu neuen Gefechten.

"Es gab einen Artillerieangriff. Wir haben eine Reihe von Einschlägen abbekommen", erklärte ein Offizier der ukrainischen Armee vor Ort. Die Rebellen warfen unterdessen den Regierungstruppen vor, Stellungen nahe Mariupol zu beschießen. Die Kämpfe haben bereits wieder ein Todesopfer und drei Verletzte gefordert.

Wie ein Separatistenvertreter am Samstag berichtete, sei die Feuerpause schon drei Stunden nach Inkrafttreten von den Regierungstruppen in Donezk gebrochen worden. Die prowestliche Führung in Kiew wies die Beschuldigungen zurück und warf ihrerseits den militanten Gruppen Verstöße vor. Die Separatisten hätten am Freitag 28 Mal auf ukrainische Einheiten geschossen, zehn der Vorfälle hätten sich nach Inkrafttreten der Waffenruhe ereignet.

Gefangenenaustausch soll bald stattfinden
Trotz der Vorwürfe wollen die Aufständischen ihre Gefangenen bald freilassen. "Noch heute werden wir die ersten Männer gehen lassen, trotz der Verstöße des ukrainischen Militärs gegen die Waffenruhe", sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko am Samstag. Er gehe davon aus, dass die Regierung in Kiew ihre Gefangenen spätestens an diesem Montag überstelle. Die Aufständischen haben Schätzungen zufolge etwa 1.000 Soldaten in Gefangenschaft, die prowestliche Führung demnach etwa 200 Kämpfer.

Optimismus bezüglich Waffenruhe, Sanktionen gegen Russland
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin waren sich bei einem Telefonat unterdessen einig gewesen, dass die Waffenruhe halte. Es seien aber weitere Maßnahmen nötig, um dies dauerhaft zu machen.

Sollte die Waffenruhe nicht halten, sollen Anfang der Woche neue Sanktionen gegen Russland in Kraft treten. Die EU-Botschafter hatten sich am Freitag auf eine Verschärfung der Strafmaßnahmen gegen Russland verständigt. Wirksam werden sollen sie allerdings erst zu Beginn der Woche. Die EU erklärte zudem, die zusätzlichen Strafmaßnahmen könnten ausgesetzt werden, wenn Russland seine Soldaten aus der Ostukraine abziehe und die neu vereinbarte Waffenruhe zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungseinheiten eingehalten werde.

Russland kündigte für den Fall neuer EU-Strafmaßnahmen eine Reaktion an. "Sollte die neue Liste der Sanktionen der Europäischen Union in Kraft treten, wird es zweifellos eine Reaktion von unserer Seite geben", warnte das Außenministerium. Die EU sende mit der Drohung ein Signal der Unterstützung für die "Kriegstreiber" in Kiew.

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