Sa, 24. Februar 2018

Dragovic im ÖFB-Camp

05.09.2014 13:48

"Momentan ist mir egal, was in Kiew passiert"

Aleks Dragovic versucht, die Probleme in seiner sportlichen Wahlheimat Ukraine beim österreichischen Nationalteam beiseitezuschieben. Der Verteidiger spielt seit etwas mehr als einem Jahr für Dynamo Kiew, von den Unruhen im Land bekommt Dragovic allerdings sehr wenig mit. Sein Fokus gilt dem Auftakt der EM-Qualifikation in Wien gegen Schweden. "Momentan ist es mir auch egal, was in Kiew passiert. Bis Montag konzentriere ich mich nur auf das Nationalteam", betonte er.

Die Kriegswirren in der Ostukraine sind bisher an ihm vorübergegangen. "In Kiew ist es sehr ruhig, wir bekommen eigentlich nichts mit", erklärte Dragovic. "Im Februar war es vielleicht ein bisschen kritischer." Damals war in Kiew der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch gestürzt worden. Seither hat sich der Schauplatz der Auseinandersetzungen aber in den Osten des Landes verschoben.

Schachtjor-Stadion von Granaten getroffen
Das Stadion von Meister Schachtjor Donezk wurde im August beschädigt, auf dem Trainingsgelände des Champions-League-Starters schlugen zwei Granaten ein. Zuletzt wurde auch das Klubbüro von bewaffneten Männern besetzt. Seine Heimspiele trägt Schachtjor zumindest in dieser Saison in Lwiw (Lemberg) im Westen des Landes aus.

Der Titelverteidiger führt die Tabelle nach fünf Runden an, Dynamo folgt ebenfalls ungeschlagen mit zwei Punkten Rückstand auf Platz drei. "Wir hatten nie Turbulenzen in Kiew", versicherte Dragovic, der bis Sommer 2018 beim Hauptstadt-Klub unter Vertrag steht.

Wieder Spezialauftrag gegen Ibrahimovic?
In Wien steht nun am Montag das Heimspiel gegen Schweden auf dem Programm. Dragovic darf mit einem Platz in der Innenverteidigung rechnen. Im entscheidenden WM-Quali-Spiel im Vorjahr in Stockholm (1:2) hatte Teamchef Marcel Koller den Abwehrspieler noch im defensiven Mittelfeld aufgeboten, um die Kreise von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic einzuengen.

"Wir wissen nicht, wie die Schweden spielen, ob sie defensiv spielen oder pressen", erklärte Dragovic. "Sie können beides, aber wir werden auf beides vorbereitet sein." Sollten die Skandinavier tatsächlich hoch attackieren, sind spielstarke Verteidiger wie Dragovic gefordert. "Wichtig ist, dass wir auf uns schauen", betonte der Wiener. "Wenn wir das abrufen, was wir können, bin ich zuversichtlich."

"Wir haben drei Halbzeiten sehr gut gespielt"
In den vergangenen Duellen mit Schweden habe man eine gute Figur abgegeben. "Wir haben drei Halbzeiten sehr gut gespielt, davon können wir uns jetzt aber auch nichts kaufen", erinnerte Dragovic. Einem 2:1-Heimsieg im Juni 2013 war im Oktober das 1:2 in Stockholm gefolgt. Damals hatten die Österreicher zur Halbzeit verdient geführt, ehe nach der Pause der Einbruch kam.

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