So, 25. Februar 2018

Wale und Delfine

09.09.2014 07:58

Unterwegs im Schutzgebiet vor Italiens Küste

Warum tummeln sich ausgerechnet vor der italienischen Küste so viele Wale und Delfine? Das liegt daran, dass es im Ligurischen Meer einige Lebensräume gibt, die sich für die Paarung und Nahrungssuche der Meeressäuger besonders gut eignen. Seit 2002 gibt es hier ein Meeresschutzgebiet für Wale und Delfine - nicht zuletzt aufgrund der Bemühungen des Tethys-Instituts, mit dem ich diese Woche unterwegs sein darf. Und jetzt stechen wir zum ersten Mal in See!

Das Meeresschutzgebiet hat eine Fläche von etwa 87.500 Quadratkilometern und erstreckt sich über einen großen Teil des westlichen Mittelmeers, zwischen der Toskana, der französischen Küste, Korsika und dem nördlichen Teil Sardiniens. Die Forschungsarbeit von Tethys im Schutzgebiet konzentriert sich auf Wale und Delfine in den Hauptlebensräumen: dem Gebiet rund um den Kontinentalabhang und den Gewässern fernab der Küste.

Internationales "Forschungsteam" an Bord
Zehn Freiwillige aus Italien, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Australien und - natürlich - eine Österreicherin haben sich am Montag im Hafen von San Remo zusammengefunden. Gemeinsam mit dem fünfköpfigen Tethys-Team und einem erfahrenen Skipper soll es losgehen. Fest steht: Wir müssen wirklich kräftig mithelfen. Wer in seiner Beobachtungsschicht nicht richtig aufpasst, der kann die Ergebnisse des ganzen Tages verderben. Hier ist Konzentration gefragt!

Der Mensch ist die größte Gefahr
So viel habe ich beim ersten Briefing schon gelernt: Es sind in erster Linie menschliche Aktivitäten, die das Ligurische Meer und damit seine Bewohner stark unter Druck setzen. Denn die meisten Küstengebiete und vor allem das Festland sind stark besiedelt und durchsetzt von großen und mittelgroßen Küstenstädten, Handels- oder Militärhäfen und Industriegebieten. Auch die bekannten Touristenattraktionen führen gerade in den Sommermonaten zu einer noch stärkeren Nutzung.

Tourismus, Schiffsverkehr und die Suche nach Öl
Für die Wal- und Delfinpopulationen birgt das Gefahren wie den Verlust von Lebensraum durch Stadt- und Industrieentwicklung, Landwirtschaft und Tourismus, die Störung durch massiven Schiffsverkehr (auch Walbeobachtungsunternehmen, sogenanntes Whale Watching) sowie Lärmbelästigung durch Militärübungen und die Suche nach Öl und Gas mittels Seismik. Auch das Risiko, mit Schiffen zu kollidieren, ist durch die Schnellfähren größer geworden. Zudem werden in dem Gebiet trotz EU-Verbot immer noch Treibnetze genutzt, in denen sich die Tiere leicht verfangen können.

Forschung soll den Schutz erleichtern
Tethys erforscht die Wale und Delfine vor allem, weil mit den Erkenntnissen eine wissenschaftliche Grundlage für Managemententscheidungen in der Region geschaffen werden soll. Nur wenn man das komplexe Ökosystem der Gegend verstehen lernt, kann man geeignete Maßnahmen zu seinem Schutz ergreifen. Und ich will diese Woche einen Beitrag leisten - und als Aushilfs-Meeresforscherin an Bord dabei sein. Wie ich mich dabei anstelle, erfahren Sie in den kommenden Tagen hier auf krone.at/tierecke.

Mehr Informationen zu Schutzinitiativen finden Sie unter www.oceancare.org und www.silentoceans.org.

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