Fr, 24. November 2017

Schelling-Interview

03.09.2014 16:55

„Es brechen jetzt viele Dinge über mich herein“

"Es brechen jetzt viele Dinge über mich herein", die er rasch und Punkt für Punkt abarbeiten werde, sagt der sich selbst als wohlhabend bezeichnende Weingutsbesitzer Hans Jörg Schelling über seine Bestellung zum Finanzminister im Gespräch mit der "Krone". Die Steuerreform werde kommen - die Frage ist allerdings wann, schränkt Schelling zugleich ein.

"Niemand muss mich bedauern, ich hätte auch ablehnen können", stellt der Neo-Finanzminister im Interview klar. Die Steuerreform steht jedenfalls ganz oben auf der Erledigungsliste für Schelling, der über seinen Karrieresprung zwei Stunden nachdenken musste und zuerst seine Frau gefragt hatte. Die habe zwar nicht begeistert reagiert, ihm aber versichert, voll hinter ihm zu stehen.

Schelling wiederum steht zur Steuerreform, schränkt aber ein, "beim Zeitpunkt zu bremsen". "Die derzeitige Eintrübung der Konjunktur ist für das Budget 2014 noch verkraftbar", sollte sie sich aber weiter abschwächen, werde es schwieriger. Dazu kommt die sich abzeichnende Ausweitung der Russland-Sanktionen der Europäischen Union wegen der Ukraine-Krise, die ihm Sorgen mache.

"Budget-Nachbesserungen werden noch notwendig sein"
Skepsis signalisiert der Neo-Finanzminister beim Thema Steuerreform vor allem bei den bisher vorliegenden Ideen zur Finanzierung. "Da schwirren jede Menge Pläne herum, aber es fehlen die detaillierten Berechnungen." So oder so werden noch Nachbesserungen für das Budget notwendig sein. "Ich werde darüber mit allen Ressortchefs reden", erklärt Schelling. Einen Schwerpunkt werde er jedoch bei den Förderungen setzen. "Da gibt es sicher einige Positionen, die man sich noch genauer anschauen muss."

"Suche keine Konflikte, aber ich scheue sie auch nicht"
Auch beim Finanzausgleich, also dem Budgetverteilungsschlüssel mit den Bundesländern, drängt Schelling auf eine Reform. Er wolle Anfang kommenden Jahres mit den Landeshauptleuten die bestmöglichen Modelle besprechen. Diese Gespräche bergen erfahrungsgemäß Sprengstoff. "Ich suche keine Konflikte, aber ich scheue sie auch nicht", betont Schelling im Gespräch mit der "Krone".

Sorgen macht dem Finanzminister und Weinbauern der anhaltende Regen. Seine Rebsorten (Veltliner, Riesling, Burgunder, Traminer) bräuchten bald wieder trockenere Witterung. Die Menge und die Qualität der heurigen Ernte werde aber gut ausfallen, gibt sich Schelling über den Jahrgang zuversichtlich.

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