So, 18. Februar 2018

"Krone"-Interview

01.09.2014 16:34

Arjen Robben: "Ihr seid so stark wie die Schweiz"

Er ist einer der besten Fußballer der Welt: Arjen Robben, Star beim FC Bayern und im holländischen Team, sprach in München mit "Krone"-Sportchef Robert Sommer über seinen größten Award, David Alaba und unser Team, aber auch über seine Schwalben.

"Krone": Arjen, enttäuscht, dass du nicht Europas Fußballer des Jahres wurdest?
Arjen Robben: Nein, ich habe schon so viel erlebt und bin zurzeit echt gut drauf! Außerdem gibt's ja noch so viele Titel zu gewinnen.

"Krone": Etwa die Champions League. 2015 hast du ja in diesem Bewerb schon wieder ein Finale dahoam.
Robben: Haha, richtig. Berlin ist schon etwas Besonderes, eine Art Heimspiel für uns – und speziell für mich ein guter Boden: Von vier deutschen Pokal-Endspielen hab ich dort mit Bayern drei gewonnen. Diesmal soll dort die Champions League auch noch dazukommen!

"Krone": Das echte Finale dahoam ist aber dein ewiges Trauma.
Robben: Ja, klar! Das Champions-League-Finale 2012 in München war schlimm für mich: Wir haben ja nicht nur gegen Chelsea verloren, ich hab' auch in der Verlängerung einen Elfmeter verschossen – und ein paar Tage später haben mich bei einem Testspiel gegen Holland in der Allianz-Arena die eigenen Fans ausgepfiffen. Aber ich bin wieder aufgestanden und heute stärker als je zuvor. Darauf bin ich besonders stolz: Dieses Comeback mit dem Siegestor im großen Endspiel 2013 gegen Dortmund in Wembley ist der größte persönliche Award für mich.

"Krone": Und fast immer war auch ein Österreicher mit von der Partie.
Robben: Ja, ja, der David Alaba! Ich mag ihn sehr. Er hat so viele positive Facetten als Mensch und Fußballer, ist intelligent und vielseitig einsetzbar. Wir werden noch viel Freude mit ihm haben.

"Krone": Auch in unserem Nationalteam?
Robben: Sicher! Ihr habt eine ausgezeichnete Mannschaft – nicht nur mit David, sondern auch mit den anderen Legionären. Die Gruppe in der EURO-Quali ist zwar nicht leicht, vor allem mit Schweden und Russland, aber ihr könnt das schaffen. Ich trau euch bei der Europameisterschaft eine ähnlich starke Rolle zu wie die Schweiz bei der WM.

"Krone": Was sagt dir sonst noch der rot-weiß-rote Fußball?
Robben: Vor allem, dass Roger Schmidt als Trainer in Salzburg tätig gewesen ist: Ich war zwar bei dem Testspiel, das wir mit Bayern 0:3 verloren haben, nicht dabei – aber ich bin überzeugt, dass er etwas kann. Daher zähle ich auch Leverkusen neben Dortmund zu unseren größten Konkurrenten in der Bundesliga.

"Krone": Bei Bayern hast du ja einen Vertrag bis 2017, machst du aber auch im holländischen Team weiter?
Robben: Ich habe keine Sekunde an einen Rücktritt gedacht.

"Krone": Obwohl es ja wieder nichts mit dem WM-Titel wurde.
Robben: Aber Platz drei hat uns vor dem Turnier niemand zugetraut, daher bin ich zufrieden – auch damit, dass so viele meiner Münchner Freunde Weltmeister wurden. Und wir Niederländer haben ja im Semifinale gegen Argentinien und zum Glück nicht gegen Deutschland verloren. Das ist wichtig für mich, sonst hätten sie mich bei den Bayern ein Jahr lang veräppelt.

"Krone": Du warst dafür während der WM im Mittelpunkt von Witzen und Karikaturen: wegen deiner angeblichen Schwalben.
Robben: Gegen Mexiko wurde ein klares Elferfoul an mich nicht gegeben und eines in der 94. Minute gepfiffen. Dazwischen hab ich mich im Strafraum einmal fallen lassen, dafür gab's eine öffentliche Entschuldigung von mir – das war vielleicht etwas naiv, aber ehrlich. So bin ich halt. Beim nächsten Match hat mir der Schiedsrichter dazu gratuliert, aber in Mexiko hab ich wohl keine Freunde mehr. Dort werde ich in nächster Zeit keinen Urlaub verbringen.

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