Sa, 16. Dezember 2017

Gesetz in Rumänien

01.09.2014 11:00

Falschmeldung schuld am Tod von 16.000 Streunern?

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" deckt nun auf, was viele Tierfreunde weltweit schon lange vermutet haben: Eine falsche Tatsachenbehauptung führte zu den Massentötungen von Streunerhunden, die seit Dezember 2013 in Rumänien stattfinden. Auslöser war damals der Tod des vierjährigen Buben Ionut Anghel, der von Hunden tödlich verletzt worden war. Jetzt hat sich herausgestellt, dass es sich dabei gar nicht um Streuner handelte.

Unmittelbar nach dem Tod des Jungen berichteten rumänische Medien, dass Streunerhunde den Jungen getötet hätten, und das Parlament verabschiedete auf Drängen von Präsident Basescu ein Gesetz, das die Massentötungen von Streunern erlaubt. Doch ein offizielles Dokument der Staatsanwaltschaft, die dem rumänischen Obersten Gericht, dem Kassationshof und dem Justizministerium angeschlossen ist, zeige, dass das Kind nicht von Streunerhunden getötet wurde, sondern von sieben Wachhunden, die der Firma Tei Rezidential S.R.L. Bucuresti gehörten, so die "Vier Pfoten" in einer Aussendung.

"Gesellschaft wurde getäuscht und manipuliert"
"Es ist unglaublich, wie die  Gesellschaft durch Emotionen getäuscht und manipuliert wurde", betont Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei "Vier Pfoten". "Das arme Kind wurde gar nicht von Streunerhunden getötet, aber Zehntausende Streunerhunde mussten mit dem Tod bezahlen, um eine unfähige Regierung, die die Situation nicht im Griff hat, von der Schuld reinzuwaschen."

Anklage wegen Totschlags gegen Unternehmen
Die Tierschutzorganisation gibt an, im Besitz eines Berichts mit dem Titel "Anklageschrift" zu sein, der von der dem rumänischen Obersten Gericht, dem Kassationshof und dem Justizministerium angeschlossenen Staatsanwaltschaft stammt. Dieser Bericht enthalte die Ergebnisse der Untersuchungen zum Tod von Ionut Anghel und die Anklageschrift gegen die Verwaltung des öffentlichen Eigentums im Sektor 2 der Stadt Bukarest, die Firma Tei Rezidential S.R.L. Bucureºti und den gesetzlichen Vertreter dieser Firma wegen Todschlags.

Firmengelände war unzureichend gesichert
Die "Vier Pfoten" zitieren aus dem Dokument: "Die Minderjährigen betraten ungehindert das private Gelände der S.C. Tei Rezidential S.R.L. Bucuresti, das von den sieben der Firma gehörenden Hunden bewacht wurde" und "die Angeklagte – Tei Rezidential S.R.L. Bucureºti – hat nicht die geeigneten Massnahmen ergriffen, um den Angriff der Hunde auf den minderjährigen Anghel Ionut Cosmin durch Umzäunung des Areals zu verhindern."

16.000 Streunerhunde getötet
Gemäß den Angaben von Razvan Bancescu, dem Chef der Bukarester Tierschutz-Aufsichtsbehörde ASPA, wurden allein in Bukarest bisher 16.000 Streunerhunde von der Stadt getötet, 2.000 Streunerhunde sind in öffentlichen Tierheimen untergebracht. Bancescu bestätigte laut den "Vier Pfoten" außerdem, dass die Hälfte dieser 16.000 Streunerhunde nach der Aufhebung der Anwendungsnormen des Tötungsgesetzes und damit illegal getötet wurden.

Die "Vier Pfoten"-Petition gegen das Töten der Streunerhunden finden Sie HIER.

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