Mi, 22. November 2017

Warnungen ignoriert

24.08.2014 13:52

Unbelehrbarer Brite in Sbg aus Bergnot gerettet

Als durch und durch beratungsresistent könnte man einen 37-jährigen Briten beschreiben, der am Samstag in den Hohen Tauern in Salzburg in Bergnot geraten ist. Der Mann - er war lediglich mit kurzen Hosen und Turnschuhen bekleidet - war in der Früh vom Tal aus zur Gleiwitzer Hütte aufgestiegen und trotz aller Warnungen der Hüttenwirtin über die Jägerscharte weiter Richtung Stausee Mooserboden gegangen. Der 37-Jährige war schließlich so erschöpft, dass er nicht mehr weiterkam.

Die Hüttenwirtin hatte dem Briten dringend den Abstieg ins Tal empfohlen und sagte ihm, dass der Weg bei den vorherrschenden Bedingungen nicht möglich sei. Aber auch der Hinweis, dass am Tag zuvor ein 50 Jahre alter Wanderer am selben hochalpinen Steig tödlich verunglückt war, konnte den 37-Jährigen nicht umstimmen. Und so marschierte der Brite in kurzen Hosen und Turnschuhen davon.

Zu erschöpft, um weiterzugehen
Es kam, wie es kommen musste: Am Kempsenkopf, in einer Höhe von knapp 3.100 Metern, war für den unbelehrbaren Briten Schluss. Der Urlauber konnte nicht mehr weiter und setzte gegen 16.15 Uhr mit seinem Mobiltelefon einen Notruf ab.

Der Polizeihubschrauber "Libelle" flog daraufhin gegen 17 Uhr fünf Mann der Bergrettung Fusch bis unter die vorherrschende Nebeldecke auf eine Seehöhe von rund 2.400 Metern. Die Helfer stiegen zu Fuß auf und konnten den erschöpften Wanderer kurz vor 19 Uhr finden. Sie brachten ihn unverletzt zurück zur Gleiwitzer Hütte, wo er die Nacht auf Sonntag verbrachte.

"Er hatte überhaupt keinen Halt"
Nach der Rettung des 37-Jährigen machte der Leiter der Bergrettung Fusch, Paul Hasenauer, am Sonntag seinem Ärger Luft und sprach von einer "schweren Missachtung aller alpiner Grundregeln", da der Brite nicht nur alle Warnungen ignoriert habe, sondern auch im dichten Schneetreiben nicht richtig ausgerüstet war. Wegen seines schlechten Schuhwerks habe man den Mann teilweise nur rutschend zurück zur Hütte bringen können. "Er hatte überhaupt keinen Halt", so Hasenauer.

Als Angehöriger der Armee habe der 37-Jährige über eine sehr gute Kondition verfügt. "Wenn er nicht so fit gewesen oder weitergegangen wäre, hätten wir ihn wohl nur noch tot bergen können."

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