Sa, 25. November 2017

„Belastet extrem“

22.08.2014 16:48

Mobbing: Polizist verklagt seine junge Kollegin

Alfred Warchol ist keiner, mit dem gut Kirschen essen ist - das sagt der Wiener (48) selber. Missstände zeigt er rigoros auf. Für diesen Schritt hat der dienstführende Polizist jedoch lange gebraucht: Er zeigt eine junge Mitarbeiterin an, die aus seiner Sicht für den Verlust seiner Position verantwortlich ist. Der Vorwurf: üble Nachrede. Die Schadensersatzforderung wird in Kürze eingebracht.

Gemobbt im Job? Abteilungsinspektor Alfred Warchol fühlt sich hier als Opfer. Seinen Posten musste der Dienstführende räumen: wegen seiner 39-jährigen Mitarbeiterin, die ihren neuen Boss offenbar "nicht riechen" konnte.

Die verzwickte Sache nahm Mitte Jänner ihren Lauf, als sich der Abteilungsinspektor und die Revierinspektorin zum ersten Mal die Hand reichten. Zwei Tage später hielt die 39-Jährige – der der Dienstgrad offenbar missfiel und verlangt haben soll, mit "Frau Magister" angesprochen zu werden – dem Chef einen Zettel unter die Nase: "Ich bin nicht zickig, du machst nur nicht, was ich will."

Auf polizeiliche Dienstwege (Meldung beim Dienstantritt, Vorlegen von Urlaubsgesuchen, etc.) hat die Dame laut Warchols Anwältin Astrid Wagner "gepfiffen", ihm sogar ein "Betretungsverbot" für ihr Zimmer erteilt. Doch dafür soll sie sich bei höheren Stellen über den ungeliebten Boss beschwert, sogar ihre Angst vor dem "Täter" bekundet haben.

Interne Ermittlungen nach Beschwerden
So ist in einem Auszug aus einer E-Mail der junge Polizistin an Vorgesetzte zu lesen: "Ich habe Panik vor diesem Menschen!!!! Leider kann ich von der Behörde keinen Schutz erwarten, wie ihn jeder Mensch vom österreichischen Gesetz bekommt. Ich habe solche Angst und bin absolut verzweifelt!!! Ich werde mich umgehend mit einem Anwalt in Verbindung setzen!!!! Ich werde offensichtlich nur verhöhnt und diese Person – der TÄTER – geschützt. Warum hilft hier keiner dem OPFER, nur weil ich eine Frau bin???? Dieser Mensch quält mich und hat mich krank gemacht, und wie werde ich geschützt???"

Interne Ermittlungen waren die Folge. "Es wurde alles entkräftet", so Wagner. Warchol aber wurde versetzt - für ihn die Hölle: "Es bleibt immer etwas hängen, du bist nach so einer Sache angepatzt. Das belastet extrem." "Diese Dame spielt ganz klar die Rolle der armen Frau. Das ist selten, aber hier geht es klar um Männerdiskriminierung", so die Anwältin.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden