So, 19. November 2017

Uni Linz dabei

23.08.2014 09:00

Forscher arbeiten an Funk-Chip für alle Standards

Ein Smartphone oder Tablet, das mit nur einem einzigen Funkmodul ausgestattet die verschiedensten Funkstandards in unterschiedlichen Frequenzbereichen unterstützt? Was bislang Zukunftsmusik war, könnte bald Wirklichkeit werden. Um einen solchen Chip zu entwickeln, suchten Forscher in ganz Europa im Rahmen des Projekts ARTEMOS nach Lösungen. Mit dabei war auch ein Team um Andreas Springer vom Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenzsysteme der Johannes-Kepler-Universität Linz.

Smartphones und andere mobile Endgeräte wie Tablets und Laptops machen heute einen scheinbar nahtlosen Transfer von Daten möglich, und das zu jeder Zeit, von jedem Ort aus und über verschiedenste Übertragungsmedien (Festnetz, WLAN, Mobilfunk usw.).

"Diese Interoperabilität vollzieht sich unbemerkt für die Nutzer, obwohl sie hochkomplex ist. Denn derzeit benötigen die Endgeräte unterschiedliche Funkmodule, die verschiedene Mobilfunkstandards - wie zum Beispiel GSM/EDGE, UMTS, LTE, Wi-Fi, GPS, Bluetooth, Standards für digitales Radio/TV - in unterschiedlichen Frequenzbändern unterstützen müssen. Dies erfordert eine große Chipfläche der integrierten Schaltung, macht die Endgeräte somit für die Nutzung unhandlich und verursacht hohe Herstellungskosten", sagt Springer.

Ziel: Ein einziges Funkmodul für alle Funkstandards
"Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts ARTEMOS wurde an der nächsten Generation von Transceivern zur drahtlosen Datenübertragung geforscht - mit dem Ziel, Architekturen und integrierte Schaltungen für frequenz-agile Multi-Standard- und Multi-Band-Funkmodule zu entwickeln", so Springer. Diese Transceiver müssen große Frequenzbereiche von 0,3 bis fünf GHz abdecken können.

Mit anderen Worten: Zukünftig soll in einem mobilen Endgerät wie einem Smartphone oder Tablet idealerweise ein einziges Funkmodul sämtliche verschiedenen Funkstandards unterstützen. Von dieser technischen Revolution würden sowohl die Gerätehersteller als auch die User profitieren. "Mobile Endgeräte würden günstiger herstellbar sein, eine verbesserte Funktionalität aufweisen oder im Betrieb weniger Strom verbrauchen", sagt Springer.

Forscher entwickelten bereits 27 Prototypen
Während der dreijährigen Laufzeit von ARTEMOS generierten die Projektpartner eine Vielzahl wissenschaftlicher und technologischer Ergebnisse, die in über hundert wissenschaftlichen Publikationen vorgestellt wurden und auch über die ARTEMOS Projekt-Website zugänglich sind.

Insgesamt 27 Prototypen wurden gebaut, welche die aus dem Projekt hervorgegangen Innovationen demonstrieren. Diese Prototypen inkludieren unter anderem ein LTE-Advanced Modem, ein hybrides WLAN-LTE Gateway oder Algorithmen der Signalverarbeitung zur Unterstützung der Durchstimmbarkeit.

Die österreichischen Partner beim ARTEMOS-Projekt sind die Unternehmen Intel und Lantiq sowie die Forschungseinrichtungen JKU Linz, FH Oberösterreich und FH Villach. "Das JKU-Team untersuchte, wie sich abstimmbare Schaltungen zur Anpassung von Antennen auf die Leistungsfähigkeit der Datenübertragung auswirken und entwarf dazu gemeinsam mit Intel und anderen Projektpartnern ein Demonstrationssystem", so Springer.

Die Forschungsergebnisse wurden nicht nur auf wissenschaftlichen Konferenzen publiziert, sondern bilden auch den Ausgangspunkt weiterer Forschungsarbeiten und finden zum Teil Eingang in die Produktentwicklung. Zusätzlich konnte Springers Linzer Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenzsysteme durch die Teilnahme an diesem Projekt die Expertise im Bereich moderner Mobilfunksysteme ausbauen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden