Di, 17. Oktober 2017

Fit statt faul

02.09.2014 15:22

So animieren Sie Ihr Kind zu mehr Bewegung

Kinder werden immer mehr zu Bewegungsmuffeln. Mit fatalen Folgen: mangelhaft ausgeprägte koordinative Fähigkeiten, erhöhtes Verletzungsrisiko und nicht zuletzt die Neigung zu Übergewicht. Wie Sie Ihr Kind für mehr Bewegung begeistern, erfahren Sie hier.

Immer wieder zeigen Untersuchungen, wie sich Bewegungsmangel in jungen Jahren auf Gesundheit und Wohlbefinden unseres Nachwuchses auswirkt. Kinder, die sich gerne bewegen, sind konzentrierter, haben eine bessere Koordinationsfähigkeit, sind leistungsfähiger und ausgeglichener. Auch wird der Grundstein für die Gesundheit im Erwachsenenleben gelegt. Die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt ab, das Kind fühlt sich wohler und hat auch in seinem Sozialleben weniger Probleme. Und die Anfälligkeit für Suchtverhalten geringer, da das Kind ein höheres Körper- und Selbstbewusstsein entwickelt.

Leider ist es jedoch so, dass Kinder immer bewegungsfauler werden und dadurch in jungen Jahren schon Krankheiten entwickeln, die für Erwachsene fortgeschrittenen Alters typisch sind. Auch Haltungsschäden sind immer häufiger schon bei Kindern zu finden. Kein Wunder also, dass nachfolgenden Generationen aufgrund von Bewegungsmangel bereits kürzere Lebenserwartungen prophezeit werden.

Anregung zur Bewegung
Die Eltern haben eine wesentliche Vorbildfunktion für die Bewegungsbereitschaft ihrer Kinder. Verbringen Sie Ihre Freizeit zu Hause vor PC und Fernseher, wird es Ihr Kind Ihnen oft gleichtun. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Kind nach dem Fertigstellen seiner Aufgaben die Möglichkeit hat, nach draußen zu gehen. Begleiten Sie es auf den Spielplatz oder unterstützen Sie seinen Wunsch, sich mit Freunden zu treffen.

Von Beginn an
Regen Sie Ihr Kind zur Bewegung und Beweglichkeit an. Schon mit Babys sollten Gymnastik und gezielte Übungen gemacht werden, die die Beweglichkeit fördern. Das beginnt bei scheinbar kleinen Aktivitäten, wie sich von der Couch richtig in den Stand zu rollen. Oder Stiegen zu steigen. Werden derlei Bewegungsabläufe richtig geübt, sinkt auch das Verletzungsrisiko des Kindes, da es lernt, wie es dabei richtig vorgeht.

Wichtig ist außerdem, das Kind immer wieder auf Oberflächen laufen zu lassen, die nicht glatt und eben sind: Sand, Schotter, Wiesen, Wurzelgeflechte – bergauf und bergab. Auch so lernt es, seine Bewegungen besser zu koordinieren, trainiert die Muskeln und stärkt seine Bänder.

Balanceübungen sind für ein Kind ebenfalls sehr wichtig: Gehen auf einem schmalen Streifen, auf einem breiten Ast (natürlich an der Hand, wenn Sturzgefahr besteht), von Stein zu Stein hüpfen. Bei derartigen Übungen lernt Ihr Kind, je nach Alter und Fortschritt, seinen Körper und seine Bewegungsmöglichkeiten kennen. So wächst Ihr Kind sicherer heran und beherrscht seinen Körper besser.

Sportunterricht und Kurse
Auch sollten Sie Ihr Kind in der Volksschule dazu anregen, sich einen Sport auszusuchen, der ihm Freude bereitet und mit dem es sich wohlfühlt. Viele Schulen bieten freiwillige Nachmittagskurse an, bei denen Ihr Kind zumindest einmal pro Woche angeleitet Bewegung machen kann. Ebenso sind Mannschaftssportarten bei vielen Kindern sehr beliebt. Der Zusammenhalt einer Gruppe und gemeinsame Erfolgserlebnisse sind eine gute Basis für das spätere Leben.

Achten Sie jedoch darauf, Ihr Kind nicht durch falschen Ehrgeiz unter Druck zu setzen. Loben Sie seine Leistungen, ermutigen Sie es bei Fehlschlägen, aber vermitteln Sie ihm nicht den Eindruck, dass es Ihnen zuliebe zum Spitzensportler werden muss. Achten Sie jedoch auf Talente Ihres Kindes und fördern Sie es, wenn es Begeisterung für eine Sportart zeigt.

Bewegung im Alltag
Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich in seinem Zimmer zu bewegen. Das kann mit einem PVC-Ball als Sitzmöglichkeit genauso passieren wie mit einem kleinen Indoor-Trampolin – wenn die Nachbarn sich beschweren, dann gehen Sie in den Hof oder in den Park. Motivieren Sie Ihr Kind immer wieder zum Um-die-Wette- Laufen. Oder: Wer schafft mehr? Kniebeugen, kleine Liegestütze oder Situps – lassen Sie Ihr Kind aber auch immer wieder gewinnen. Auch eine Springschnur kann reichen, damit Ihr Kind sich ein bisschen bewegen kann.

Integrieren Sie die Bewegung außerdem in viele Teilbereiche Ihres Alltags: Stiegensteigen zur Wohnung statt Aufzug. Einkaufen gehen zu Fuß statt mit dem Auto fahren. Bewältigen Sie auch den Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad.

Wochenende im Zeichen der Bewegung
Kommt die Bewegung unter der Woche zu kurz, achten Sie darauf, zumindest an einem Tag am Wochenende mit Ihrem Kind aktiv zu sein: Gehen Sie Rad fahren, schwimmen oder wandern. Gerade Schwimmen ist für schwerfällige Kinder gut geeignet, um Bewegung zu machen, ohne dass es wirkliche Anstrengung wahrnimmt. Denn im Wasser verspürt Ihr Kind kaum Widerstand, seine Gelenke werden geschont, aber seine Muskeln trainiert. In jedem Fall verbringen Sie Qualitätszeit miteinander und Sie tun Ihrem Kind etwas Gutes. Keinesfalls sollten Sie jedoch Ihr Kind zu Bewegung verlocken, indem Sie es mit Fernsehen oder Computerzeit belohnen. Dadurch wird Bewegung ab- und Faulsein als gut und erstrebenswert aufgewertet.

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