Do, 14. Dezember 2017

Absturz in Salzburg

14.08.2014 20:48

Höhlenunglück: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren

Ein Arzt und ein Sanitätsteam sind am Donnerstagabend bei jenem polnischen Höhlenforscher eingetroffen, der in der Nacht zuvor in der "Jack Daniel's"-Höhle im Salzburger Tennengebirge in rund 250 Metern Tiefe mehrere Meter abgestürzt und dabei schwer verletzt worden war. Es sei mit der medizinischen Versorgung des Verletzten begonnen worden, sagte Bergretter Wolfgang Gadermayr. Noch keine Angaben gibt es darüber, wann der Abtransport des Mannes beginnt.

Dem Verletzten gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es bei einer Pressekonferenz in Abtenau. Der Höhlenforscher habe nach einer ersten Diagnose Verletzungen im Bereich des Oberschenkels und des Oberkörpers erlitten, dabei soll es sich um Brüche handeln. Zudem dürfte sich der 27-jährige Marek G. aus dem Kreis Gorzow in Westpolen eine Gehirnerschütterung und eine Unterkühlung zugezogen haben.

Der Einstieg der Höhle befindet sich nordöstlich des Bleikogels auf einer Seehöhe von 2.120 Metern. Mittlerweile wurde eine Telefonleitung in die Höhle verlegt, es konnte bereits Sprechkontakt zu den Einsatzteams hergestellt werden. Wann mit der Bergung des Patienten aus der Höhle begonnen wird, konnten die Einsatzkräfte noch nicht sagen. Über Nacht werde das Bergekonzept detailliert ausgearbeitet, sagte Gadermayr.

Höhle "ist nicht zu unterschätzen"
Mit dem Ausbau des Bergeweges und der Erweiterung der Engstellen sei bereits begonnen worden. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten könne der Transport des Polen aus der Höhle vonstattengehen. Einsatzkräfte bestehend aus drei Teams würden jedoch die ganze Nacht über an der Rettung des Polen arbeiten. Gadermayr beschrieb die "Jack Daniel's"-Höhle als "keine einfache Höhle". Es gebe zwar keine extreme Gefahr durch Steinschlag oder Wasser, "aber sie ist nicht zu unterschätzen, man muss sich jeden Zentimeter erkämpfen".

Jene Helfer, die von Beginn an bei der Rettungsaktion dabei waren, werden am Abend abgezogen, sagte Bergrettungssprecherin Maria Riedler. Sie seien durchnässt und erschöpft. Neue Mannschaften würden den Einsatz übernehmen. Am Nachmittag waren 77 Hilfskräfte im Einsatz gestanden, als Stützpunkt dient die Laufener Hütte, die rund eineinhalb Gehstunden vom Höhlenausgang entfernt liegt. Unterstützt werden die Salzburger Trupps von Helfern aus anderen Bundesländern und aus Bayern. Ein Hubschrauber konnte aufgrund einer Wetterbesserung am Abend wieder fliegen. Weitere Informationen über die aktuelle Entwicklung der Rettungsaktion werden am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz im Feuerwehrhaus Abtenau bekannt gegeben.

Rund acht Meter in die Tiefe gestürzt
Der Verunglückte hatte einer Gruppe von sechs polnischen Forschern angehört, die gemeinsam in der Höhle im Tennengebirge unterwegs waren. In der Nacht auf Donnerstag gegen 2 Uhr war es dann zum Unglück gekommen: Laut Informationen der "Krone" stürzte der junge Mann rund 250 Meter vom Einstieg entfernt über eine Canyoning-Stufe rund acht Meter in die Tiefe. Ein Teil der Gruppe blieb danach bei dem Verletzten, während die übrigen Begleiter aus der Höhle stiegen und in den Morgenstunden Alarm schlugen.

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