Do, 23. November 2017

Kampf gegen Dämonen

17.08.2014 07:00

Promis und ihre Süchte: Das Leid, ein Star zu sein

Was täten die Drogen- und Alkohol-Therapiezentren ohne Hollywood? Lang ist die Liste der Promis, die zumindest gelegentlich ärztliche Hilfe beim Nüchternwerden brauchen. Offenbar ist der Beruf des Stars schwer zu ertragen.

Betty Ford, das klingt irgendwie lieblich, so könnte auch eine Kosmetikmarke heißen. Aber natürlich wissen alle Amerikaner, dass es der Name einer ehemaligen First Lady ist, die selber mit Alkoholproblemen und Morphinabhängigkeit zu kämpfen hatte und nach ihrer Heilung eine Entzugsklinik gründete. Das Spezialkrankenhaus steht im kalifornischen Städtchen Rancho Mirage.

Hunderte Prominente fanden und finden dort Hilfe bei der Bekämpfung ihrer Alkohol- und Medikamentensucht: Entertainerin Liza Minnelli checkte hier ebenso ein wie Film-Ikone Liz Taylor und Fleetwood-Mac-Raustimme Stevie Nicks, Rocker Keith Urban und Singer-Songwriter Billy Joel, ganz zu schweigen von "Baywatch"-Vater David Hasselhoff und der nach jugendlich-schnellem Ruhm entgleisten Lindsay Lohan.

Sucht-Dämonen schlagen mitunter früh zu
Wie früh die Sucht-Dämonen ihre Opfer in den Bann ziehen können, zeigt auch ein aktuelles Beispiel: Talullah Willis, die jüngste Tochter der Schauspiel-Stars Bruce Willis und Demi Moore, soll sich laut "Star"-Magazin seit Juli in einer Klinik befinden. In einem neunminütigen Video-Interview sprach die 20-Jährige von ihrer gestörten Körperwahrnehmung, dass sie sich "immer hässlich gefühlt" habe. "Ich begann mich so anzuziehen, dass ich meine Brüste und meinen Po und all die Dinge, für die ich Aufmerksamkeit bekam, betonte."

Unglücklich mit sich selbst, griff das Promi-Töchterl zu Drogen. Schon Betty Ford, die nach ihrer Heilung 93 Jahre alt wurde – sie starb 2011 –, hatte in ihrer Biografie geschrieben: "Ein Teil des Leids, das ich auszulöschen versuchte, war emotional."

Bei Oscarpreisträger Robin Williams, der sich erst im Juli freiwillig in das Therapiezentrum Hazelden im US-Bundesstaat Minnesota begeben hatte, behielten Angst und seelische Nöte dennoch die Oberhand. Der Leinwandheld ("Der Club der toten Dichter") schied am Montag in seiner Villa in Kalifornien freiwillig aus dem Leben. Noch vor Kurzem hatte er seine Depressionen so beschrieben: "Es ist buchstäblich Furcht. Und du denkst, oh, ein paar Drinks werden die Angst erträglich machen. Aber das tun sie nicht."

Liste der Suchtkranken in Hollywood lang
Der Druck von außen, die eigenen Anforderungen, Karriereknick, zerbrochenes Liebesglück – dass da viele Celebrities zu Suchtmitteln greifen, darf nicht überraschen. Die Liste derer, die zwischen ihrem Auftritt auf dem roten Teppich und ihrer Yoga-Stunde noch schnell in die Entzugsklinik abgebogen sind, ist lang: Melanie Griffith, die Ex von Antonio Banderas, ebenso wie Singschwalbe Britney Spears, die Schauspieler Ben Affleck, Robert Downey jr. und Shia LaBeouf ("Transformers").

Und auch die weniger glamourösen, aber stets präsenten Gesichter der Deutschen Jenny Elvers-Elbertzhagen und ihres Freundes Steffen von der Beeck können die Erfahrung mit Abhängigkeiten nicht verleugnen. Nachdem sich Jenny im September 2012 lallend auf das rote Sofa in der NDR-Live-Sendung "DAS!" gesetzt und wie ein kleines Mädchen gekichert hatte, begab sie sich auf Entzug. Heute ist sie trockene Alkoholikerin. Und ihr Partner? Der wurde jüngst mit 1,7 Promille hinterm Steuer erwischt. Es war nicht sein erstes Mal…

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