Fr, 24. November 2017

Pkw-großer Brocken

12.08.2014 17:11

Fels in Obertraun auf Haus gestürzt: Frau verletzt

Im oberösterreichischen Obertraun im Bezirk Gmunden hat sich in der Nacht auf Dienstag ein Pkw-großer Fels aus dem Wehrkogel gelöst und ist auf ein Mehrparteienhaus gestürzt. Eine 38-jährige Bewohnerin wurde dabei verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert, alle anderen Hausbewohner blieben bei dem Vorfall unverletzt. Er sei froh, dass nicht mehr passiert ist, kommentierte Bürgermeister Egon Höll den dramatischen Vorfall. "Das ist höhere Gewalt."

Gegen 0.30 Uhr löste sich der Felsbrocken von der Größe eines Autos von der rund 20 Meter hohen Wand und stürzte auf das angrenzende, mindestens 400 Jahre alte Mehrparteienhaus. Er durchschlug das Dach und zwei Wohnräume und kam schließlich auf der Terrasse zu liegen. Zwei vor dem Gebäude geparkte Fahrzeuge wurden leicht, ein Pkw total beschädigt.

Zum Zeitpunkt des Felssturzes befanden sich laut Polizei insgesamt sieben Erwachsene und ein Baby im Haus. Eine 38-Jährige wurde verletzt und nach der Erstversorgung durch die Gemeindeärztin mit der Rettung ins LKH Bad Ischl eingeliefert. Die anderen Bewohner kamen mit dem Schrecken davon.

Besitzerin Melanie Köberl aus Wels hatte erst wenige Stunden zuvor mit ihrer Familie ihr Heim verlassen und meint: "Eigentlich sind es ja zwei Häuser. Das neue, das erst 1986 erbaut worden ist, ist heil geblieben. Das zweite ist schon 300 Jahre alt. Wir haben eine Woche lang dort Urlaub gemacht, es hätte uns auch erwischen können. Der materielle Schaden ist egal, wichtig ist nur, dass alle Mieter leben."

Beschädigtes Gebäude und Umgebung gesperrt
Zur Sicherheit durchsuchten die alarmierten Einsatzkräften mit einer Wärmebildkamera und einem Hund die Ruine nach möglichen weiteren Personen.Anschließend wurde der Zutritt behördlich untersagt. Gegen Mittag besichtigte ein Geologe des Landes das Gebäude. Wie der Bürgermeister dann am Nachmittag bekannt gab, bleibt das Haus und seine Umgebung vorerst gesperrt.

Experten sollen nun über das weitere Vorgehen entscheiden. Das erfordere allerdings eine tiefergehende Untersuchung, deren Zeitbedarf noch nicht abzusehen sei. Geprüft werde eine Felsräumung, deren technische Machbarkeit und Finanzierung, aber auch ein endgültiger Abriss des beschädigten Hauses, so Höll.

Erst vor rund zwei Monaten sei die betroffene Felswand untersucht und loses Gestein sowie Bäume entfernt worden, berichtete der Bürgermeister. Zwischenfälle wie den aktuellen habe es aber bisher nicht gegeben. Man unternehme jedenfalls alles Menschenmögliche, um Katastrophen zu verhindern. Ein Restrisiko bleibe aber, da der Dachsteinkalk porös sei.

Bewohner in Ersatzunterkünften untergebracht
Mittlerweile sei es gelungen, für alle acht Bewohner Ausweichquartiere zu finden, berichtete der Bürgermeister weiter. Die Gemeinde habe angeboten, sie vorübergehend in der Volksschule unterzubringen. Das sei aber nicht notwendig, weil die beiden Familien Ersatzunterkünfte bei Freunden beziehungsweise Arbeitgebern bekommen hätten.

Unter Aufsicht und Begleitung der Feuerwehr und mit Helmen geschützt durften die betroffenen Hausbewohner am Nachmittag schnell persönliche Sachen, Dokumente, Medikamente und Kleidung aus dem Gebäude holen. Danach wurde das Areal großräumig gesperrt und dies auch entsprechend gekennzeichnet. "Wir gehen davon aus, dass sich alle daran halten", sagte der Bürgermeister.

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