Fr, 24. November 2017

Im „Krone“-Interview

01.08.2014 17:00

Geisterfahrer: „Mir tut alles furchtbar leid“

Der Blick ist ruhig, ab und zu drückt Alfred E. (54) im Spitalsbett in Linz eine Träne weg. Der Landwirt weiß, dass er im 1,4-Promille-Rausch als Geisterfahrer einen verheerenden Unfall ausgelöst und zwei junge Leben auf dem Gewissen hat: "Mir tut das alles furchtbar leid."

"Ich weiß, dass ich einen riesigen Fehler gemacht habe und große Probleme bekomme", sagt der Laakirchner Landwirt sichtlich getroffen im Krankenbett, bestellt das Essen für die kommende Woche: Hausmannskost. "Ich denke die ganze Zeit daran, es kommt mir immer unter", hat Alfred E. die Tragweite seiner Alkofahrt erfasst.

Wie berichtet, geriet er in Allhaming nach zwei Gasthausbesuchen auf die falsche Fahrtrichtung der A1 - "Ich wollte Richtung Salzburg" - und rammte am Mittwoch um 2.30 Uhr das Auto einer deutsch-kosovarischen Familie. Doruntina (9) und Shkemb (20) sind tot, die Eltern überlebten.

Alkofahrt "war ein furchtbarer Fehler"
"An den Unfall kann ich mich nur vage erinnern", sagt Alfred E., ebenso vage, ob er falsch aufgefahren war und umgedreht hat. Das hatte er auch der Polizei erzählt. Man will es ihm glauben, er wirkt nicht so, als ob er eine Ausrede sucht.

Warum er im Rausch gefahren ist? "Es war ein furchtbarer Fehler", sagt Alfred E., der sich der irdischen Verantwortung stellen will. Ob er das schlechte Gewissen aushalte: "Derzeit geht's, aber ich weiß nicht, wie es ist, wenn ich heimkomme."

Inzwischen kümmert sich der Bruder um den alleinstehenden Bauern, bringt Pillen, die er daheim schon nehmen musste. "Ich wollte das nicht", sagt Alfred E. zum Abschied, das sollen die Leute wissen.

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