Sa, 18. November 2017

„Hatte keine Angst“

31.07.2014 22:43

Österreichischer Arzt erlebte Ebola hautnah mit

Das tödliche Ebola-Virus hält Westafrika seit Monaten in Atem. Vor Kurzem haben Liberia und Sierra Leone den Notstand in den betroffenen Regionen erklärt. Und auch weltweit wächst die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Seuche. Den Kampf gegen das Virus hat auch ein Tropenmediziner des Österreichischen Roten Kreuzes hautnah miterlebt. Nach seiner Rückkehr aus der Seuchenzone sprach er mit der "Krone" über seinen äußerst gefährlichen Einsatz.

Der gebürtige Wiener Michael Kühnel war vier Wochen lang in Kailahun in Sierra Leone. Seine Aufgabe bestand vor allem darin, die Bevölkerung vor Ort über den Umgang mit der Seuche - Stichwort Prävention - zu schulen. Außerdem bildete er auch freiwillige Helfer im Umgang mit Leichen und deren Desinfektion aus. Über seinen Einsatz schrieb Kühnel auch im Einsatz-Blog des Roten Kreuzes. Nach seiner Rückkehr schilderte der 38-Jährige Tropenmediziner telefonisch gegenüber der "Krone", wie gefährlich der Einsatz in Westafrika gewesen war und wie er sich vor dem Virus geschützt hatte.

"Krone": Herr, Kühnel, was hat Sie zu diesem gefährlichen Hilfseinsatz bewegt?
Michael Kühnel: Als Kind einer Arbeiterfamilie ist es mir immer schon ein Anliegen gewesen, dort zu helfen, wo niemand sonst hilft, und wo es auch einen Sinn macht. Wer wenn nicht das Rote Kreuz sollte dort helfen?

"Krone": Hatten Sie Angst?
Kühnel: Ich bin ein Tropenmediziner, habe daher Respekt vor der krankheit. Aber Angst habe ich keine gehabt. Weil ich alle Gefahren kenne, habe ich jeglichen Körperkontakt vermieden.

"Krone": Wie hoch war die Ansteckungsgefahr?
Kühnel: Eigentlich nur im Promillebereich, da ich weder mit Händen noch mit dem Mund Menschen berührt habe.

"Krone": Wie hoch schätzen Sie die Gefahr ein, dass die Seuche auf Europa und somit auch auf Österreich ausbreitet?
Kühnel: Das derzeiteigie Ebola-Dreieck Sierra Leone, Guinea und Liberia ist zum Glück keine klassische Urlaubsdestination. Es gibt dort auch kaum Touristen. Die Gefahr einer Ausbreitung auf Europa ist daher als gering einzuschätzen.

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