Di, 17. Oktober 2017

Computerisierung

23.07.2014 13:58

Hälfte der Jobs in Europa durch Technik ersetzbar

Im Laufe der kommenden 20 Jahre könnten 54,1 Prozent der Jobs in Österreich durch Computer oder Roboter ersetzt werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Brüsseler Thinktanks Bruegel. Österreich liege damit sogar über dem Schnitt in Nordeuropa.

Basierend auf den Daten einer Studie aus dem Jahr 2013 über die Wahrscheinlichkeiten einer Automatisierung in bestimmten Berufszweigen geht Jeremy Bowles von der Brüsseler Denkschmiede Bruegel davon aus, dass binnen der nächsten zwanzig Jahre zwischen 40 und über 60 Prozent der Arbeitsplätze in Europa dem technologischen Fortschritt zum Opfer fallen. Zurückzuführen sei dies vor allem auf Neuerungen im Bereich des maschinellen Lernens, der künstlichen Intelligenz sowie der Robotik.

Betroffen von der zunehmenden Computerisierung sollen Bowles zufolge vor allem Stellen im Niedriglohnsektor sein. Die meisten Jobs könnten demnach in Rumänien von der Technik übernommen werden, dort wären 61,9 Prozent gefährdet. In Frankreich seien es 49,5 Prozent, in Großbritannien 47,2 Prozent und in Deutschland 51,1 Prozent.

Politik gefordert
Der technologische Wandel und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt dürften sich in den kommenden Jahren zu einer Hauptsorge der Politik entwickeln, so Bowles. "Was die Schätzungen für die Politik bedeuten, ist klar: Wenn wir glauben, dass Technologien künftig in der Lage sein werden, traditionelle Hürden bei der Erledigung nicht routinemäßiger, kognitiver Aufgaben zu überwinden, dann müssen wir die nächste Generation von Arbeitnehmern mit Fähigkeiten ausstatten, die von der Technologie profitieren, anstatt von ihr bedroht zu werden."

Solche Fähigkeiten seien wahrscheinlich soziale und kreative Intelligenz, schreibt Bowles. Voraussetzung, um den Herausforderungen durch Computerisierung zu begegnen, seien daher sicherlich entsprechende Veränderungen in der Bildungspolitik, führt der Experte weiter aus.

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