Mi, 22. November 2017

Verhalten gefilmt

23.07.2014 20:00

US-Studie beweist: Auch Hunde kennen Eifersucht

Streichelt das Frauerl oder Herrl einen anderen Vierbeiner, dann gerät Waldi in Wallung. Denn: Auch Hunde reagieren eifersüchtig, wie US-Wissenschaftlerinnen bei einer Studie herausgefunden haben. Das Ergebnis dürfte Hundehalter kaum überraschen, die Forscher sehen in ihm aber neue Hinweise dafür, dass Eifersucht möglicherweise ein grundsätzlicheres Verhalten ist als bislang angenommen.

Christine Harris und Caroline Prouvost von der Universität San Diego im kalifornischen La Jolla hatten 36 Hunde in ihrem gewohnten Umfeld gefilmt. Ihre Bezugspersonen wurde gebeten, den eigenen Vierbeiner zu ignorieren und sich stattdessen intensiv einem ausgestopften Hund zu widmen, der auf Knopfdruck bellte, jaulte und mit dem Schwanz wedelte. Die 31 Frauchen und fünf Herrchen säuselten der Attrappe nette Dinge zu und tätschelten sie. In weiteren Versuchen sprachen sie liebevoll mit einem Halloween-Kürbiskopf oder lasen laut aus einem Pop-up-Kinderbuch vor, das Melodien spielte.

Vierbeiner reagieren bei Konkurrenz ungehalten
Mit einem vermeintlichen Artgenossen als Konkurrenz stupsten oder schubsten 78 Prozent der Hunde ihren Besitzer, beim Kürbiskopf waren es 42, beim Buch nur noch 22 Prozent. Knapp ein Drittel der gefilmten Vierbeiner versuchte, sich zwischen den Besitzer und den ausgestopften Artgenossen zu drängen. Ein Viertel schnappte zudem nach ihm - bei Kürbiskopf und Buch tat dies nur einer. Offenbar hätten die Hunde das ausgestopfte Tier als vollwertigen Artgenossen angesehen, schreiben die Forscherinnen im Fachjournal "PLOS One". Ein Großteil von ihnen habe der Attrappe - wie unter Hunden zum Kennenlernen üblich - am Hinterteil herumgeschnüffelt.

Gefühl tiefer verwurzelt als angenommen?
"Unsere Studie zeigt, dass Hunde anscheinend nicht nur Eifersucht zeigen, sondern sogar versuchen, die Verbindung zwischen ihrem menschlichen Partner und einem möglichen Rivalen aufzubrechen", wird Harris in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Möglicherweise sei das Gefühl tiefer verwurzelt als bisher angenommen. "Viele Menschen glauben, dass Eifersucht ein menschliches, soziales Konstrukt ist. Unsere Ergebnisse zeigen dagegen, dass auch Tiere darunter leiden, wenn ein Rivale die Aufmerksamkeit eines geliebten Partners gefangen nimmt."

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