Mo, 20. November 2017

Fliegender Suchhund

16.07.2014 11:59

Schweizer Drohne sucht Vermisste nach Katastrophen

Forscher der Schweizer Technikuniversität Lausanne haben eine Drohne entwickelt, die nach Naturkatastrophen wie Erdbeben, Hurrikans oder Lawinenabgängen nach Vermissten suchen soll. Um sie aufzuspüren, sucht die Drohne aus luftiger Höhe nach Handysignalen am Boden. Wird sie fündig, können Suchtrupps den Ort, von dem das Signal empfangen wurde, genauer unter die Lupe nehmen.

Die Drohne zur Vermisstensuche hat der Student Jonathan Cheseaux im Zuge seines Masterstudiums entwickelt, berichtet die Hochschule auf ihrer Website. Ihre Funktionsweise: Nach einer Naturkatastrophe kreist sie über dem betroffenen Gebiet und empfängt mit zwei starken Antennen Handysignale vom Boden.

Signale werden auf Übersichtskarte angezeigt
Die empfangenen Signale schickt die Drohne zur Bodenstation, wo die Mannschaft auf einem Laptop Handysignale im Suchgebiet als bunte Punkte angezeigt bekommt. Die Genauigkeit der Drohne soll den Helfern ihre Arbeit massiv erleichtern. In den Tests, die mit der Drohne bislang durchgeführt wurden, konnte das Fluggerät Handysignale am Boden im besten Fall mit einer Genauigkeit von zehn Metern orten.

Weil heute selbst in Entwicklungsländern die meisten Menschen über ein Handy verfügen, hält Cheseaux seine Drohne für eine vielversprechende und kostengünstige Möglichkeit, auch in sehr entlegenen Gebieten der Erde nach Katastrophen nach Überlebenden zu suchen.

Drohne kann auch andere Funksignale suchen
Grundsätzlich sei es auch möglich, die Drohne nach anderen Funksignalen suchen zu lassen. Für die Suche von Verschütteten nach einem Lawinenabgang könnten die Antennen der Drohne beispielsweise durch Empfangsgeräte für Lawinen-Transceiver ersetzt werden, wie sie heute von vielen Wintersportlern genutzt werden, die in Gebieten mit erhöhter Lawinengefahr unterwegs sind.

So ließe sich noch vor Eintreffen der ersten Helfer nach einem Lawinenabgang der genaue Ort lokalisieren, an dem der Verschüttete zu finden ist. Die Helfer müssten nicht mehr mühsam am gesamten Hang nach Signalen suchen, sondern könnten gezielt zu jener Stelle eilen, an welcher der Verschüttete liegt. Entsprechend früher könnten Verschüttete geborgen werden, was wiederum die Überlebenschancen nach einem Lawinenunfall drastisch erhöht.

Noch ist die Drohne von Cheseaux in der Testphase. Angesichts der reichen Wintersport-Tradition seiner Heimat wäre es jedoch nicht allzu verwunderlich, wenn seine Erfindung schon in einer der nächsten Wintersport-Saisonen von Schweizer Bergrettern eingesetzt würde.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden