Mo, 20. November 2017

Atomgespräche in W

15.07.2014 18:58

Kerry: Einigung mit Iran bis 20. Juli möglich

US-Außenminister John Kerry glaubt weiterhin an eine Einigung in den Iran-Atomgesprächen bis Sonntag. "Der 20. Juli ist weiterhin aktuell. Wir arbeiten weiter", sagte Kerry am Dienstag in Wien, wo er wegen der stockenden Gespräche Überstunden machte. Kurz vor seinem Abflug traf Kerry seinen österreichischen Außenministerkollegen Sebastian Kurz. Dieser glaubt nicht an eine Einigung bis zum Sonntag.

In seinen dreitägigen Gesprächen mit dem iranischen Chefunterhändler Mohammad Javad Zarif habe es "Fortschritte" gegeben, doch sei man in Schlüsselfragen weiter auseinander. Er werde nun nach Washington reisen, um mit US-Präsident Barack Obama und der Führung des US-Kongresses darüber zu beraten, "welche Aussichten es für ein dauerhaftes Abkommen gibt und ob es mehr Zeit braucht", sagte Kerry.

"Greifbare Fortschritte gemacht"
Der US-Außenminister attestierte der iranischen Seite, die Verhandlungen "mit guten Absichten" zu führen. "Wir haben greifbare Fortschritte in Schlüsselfragen gemacht, es gibt aber noch wirkliche Differenzen in anderen Schlüsselfragen", sagte er mit Blick auf die Zentrifugen zur Uran-Anreicherung. "Es ist klar, dass noch viel Arbeit zu tun ist."

In den Gesprächen gehe es darum, sicherzustellen, dass der Iran ein "ausschließlich friedliches Atomprogramm" betreibe und die Welt Zusicherungen erhalte, dass es auch friedlich bleibe. "Diese Ziele sind nicht inkompatibel. Wir haben aber noch nicht die richtige Formel gefunden", räumte Kerry ein.

Kurz glaubt nicht an Einigung bis Sonntag
Kerrys österreichischer Amtskollege Sebastian Kurz glaubt hingegen nicht an eine Einigung im Atomstreit mit dem Iran am Sonntag. "Alles deutet eher daraufhin das die Verhandlungen ausgedehnt werden könnten", so Kurz, der mit Kerry vor dem Abflug am Wiener Flughafen zusammentraf.

Er habe dabei auch die US-Spionageaffäre angesprochen, teilte Kurz mit. "Selbstverständlich habe ich die Spionageaffäre angesprochen", betonte er nach dem Treffen. Diesbezüglich gebe es nämlich "offene Fragen von unserer Seite", sagte er in Anspielung auf Medienberichte, dass CIA-Maulwürfe in Deutschland von der US-Botschaft in Wien gesteuert wurden. Daher habe er in Gesprächen mit der US-Botschafterin und Außenminister Kerry "vereinbart, dass die Zuständigen auf amerikanischer Seite den Sicherheitsexperten aus Innen- und Verteidigungsministerium zur Verfügung stehen, um diese Fragen zu klären".

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