Mo, 20. November 2017

Artgerechtes Leben

04.07.2014 10:03

„Vier Pfoten“ bringen Show-Löwen nach Afrika

Am Dienstag war es für sechs Löwen aus der kürzlich von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" übernommenen Rettungsstation "Felida" endlich so weit: Sie konnten ihre Reise vom niederländischen Nijeberkoop nach Südafrika antreten und dürfen sich über eine artgerechte Unterbringung im "Lionsrock"-Großkatzenrefugium freuen.

Alle sechs Tiere haben eine bewegte Vergangenheit. Bevor sie in der Auffangstation landeten, mussten sie im Zirkus Kunststücke vorführen oder ein trauriges Dasein in Zoos fristen. Der stattliche elfjährige "Kongo" und seine gleichaltrigen Schwestern "Nora" und "Neida" wurden von ihrem früheren Trainer in die Rettungsstation gebracht, als er sie nicht mehr für seine Zirkusshow nutzen konnte.

Tiere stammen aus Zirkussen und Zoos
"Simba" und "Pregan", beide sieben Jahre alt, wurden in einem Zoo in Deutschland geboren und 2012 in die Rettungsstation überführt. Pregan hat keine Mähne, weil er kastriert wurde. "Gypsy" musste besonders leiden: Gemeinsam mit ihrem früheren Gefährten "Romany", der letztes Jahr verstarb, wurde sie 2009 aus einem heruntergekommenen rumänischen Zoo gerettet. Die elfjährige Löwin hat verkürzte Knochen und kann somit nicht richtig laufen.

"Ein ganz besonderer Moment für unser Team"
Unter afrikanischer Sonne erwartet die sechs Löwen nun ein tiergerechtes Leben – insgesamt leben in "Lionsrock" bereits 86 Löwen und 14 Tiger. Heli Dungler, Präsident und Gründer der "Vier Pfoten", war bei der Freilassung der Löwen am Donnerstag dabei: "Es war wieder ein ganz besonderer Moment für unser Team. In den Niederlanden hatten Kongo, Nora und Neida gerade einmal 130 Quadratmeter Platz. Hier genießen sie ein Areal von einem Hektar, das ihren Bedürfnissen gerecht wird."

Behinderte Löwin soll vom Klima profitieren
Gypsy bezog ein 2.500 Quadratmeter großes Special-Care-Gehege, das sich nahe der neuen Klinik befindet. Aufgrund ihrer körperlichen Behinderungen wird sie weiterhin alleine leben. "Das trockene, warme Klima wird Gypsys Knochen und Gelenken sehr gut tun", freut sich Dungler. Alle Neuankömmlinge stehen nun unter laufender Beobachtung durch das "Lionsrock"-Team und einer niederländischen Tierpflegerin, die ihre Schützlinge nach Südafrika begleitete.

Station in den Niederlanden soll verbessert werden
In der "Felida"-Einrichtung in den Niederlanden soll die Situation der verbleibenden Großkatzen langfristig verbessert werden. Die Station war vor etwa 20 Jahren als "Stichting Pantera" gegründet, über die Jahre hinweg jedoch stark vernachlässigt worden. Im Oktober 2013 konnten die "Vier Pfoten" die Station übernehmen. Geplant sei, "Felida" in eine Transitstation für Großkatzen umzuwandeln sowie jenen Großkatzen, die nicht mehr transportfähig sind, eine dauerhafte Unterbringung zu ermöglichen, so die Tierschützer. Derzeit befinden sich noch zwei weitere Löwen, 15 Tiger, ein schwarzer Jaguar, ein afrikanischer Leopard sowie eine Bengalkatze dort.

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