Mo, 20. November 2017

„Krone“-Interview

02.07.2014 09:13

Schlieri: „Jetzt ist ein anderer Pfeffer dahinter“

Der Traum vom Einzel-Gold bei den Olympischen Spielen in Sotschi blieb unerfüllt. Gregor Schlierenzauer sprach im März von Leere und Müdigkeit. Der 24-jährige Tiroler schloss damals eine schöpferische Pause nicht aus. Jetzt brennt er wieder vor Ehrgeiz. Im "Krone"-Interview spricht "Schlieri" über seinen Sinneswandel, über Trainer Heinz Kuttin und den neuen Teamgeist.

"Krone": Nach dem Winter hast du eine schöpferische Pause angedeutet. Jetzt bist du mit dem Nationalteam im finnischen Kuopio schon im dritten Trainingslager.
Gregor Schlierenzauer: Mit dem neuen Cheftrainer Heinz Kuttin hat sich einiges geändert. Es ist bisher alles sehr positiv. Für mich ein Neustart. Ich habe acht Jahre unter Alex Pointner gearbeitet. Das ist zuletzt immer das gleiche Radl gewesen. Da hat es keine neuen Inputs mehr gegeben.

"Krone": Hast du dich schon fürs Weiterspringen entschieden?
Schlierenzauer: Jetzt ist ein ganz anderer Pfeffer dahinter. Ich bin sehr motiviert. Ich will wieder richtig durchstarten.

"Krone": Das heißt, dass man dich bereits im Sommer-GP am Start sehen wird?
Schlierenzauer: Ja. Nicht in der ganzen Serie, aber ich werde wieder mehr Springen im Sommer bestreiten. Wettkampf ist noch immer das beste Training. Man sieht dort, was die anderen Nationen im Materialbereich machen.

"Krone": Apropos Material. Du hast bei Olympia in Sotschi bekrittelt, dass der ÖSV in diesem Bereich Defizite hätte. Kuttin hat das Ganze nun zur Chefsache erklärt.
Schlierenzauer: Das finde ich sehr gut. Es ist der richtige Weg. Der Heinz war ja auch schon in Deutschland und in Polen. Er hat sehr viel Erfahrung in diesem Segment, aber auch das nötige Feingefühl.

"Krone": Was macht Heinz Kuttin in seiner Arbeit anders?
Schlierenzauer: Es war sehr wichtig, dass Kuttin am Anfang mit allen Beteiligten lange Einzelgespräche geführt hat. Jeder konnte da einmal seine Seele ausschütten. Jetzt reden alle dieselbe Sprache. Auch im Funk ist immer etwas Positives dabei.

"Krone": Kuttin legt auch großen Wert auf gemeinsame Teamarbeit. Es gibt nun wieder mehr Trainingslager.
Schlierenzauer: Es ist auf jeden Fall mehr Teamspirit zu spüren. Die Mannschaft ist um einiges mehr zusammengewachsen. Jeder ist für jeden da, jeder legt alles offen. Wir wollen gemeinsam gscheit marschieren, um im Winter richtig stark zu sein.

"Krone": In der Vergangenheit ist jeder Topspringer seinen eigenen Weg gegangen. Das Stützpunkt-System war einer der Erfolgsgaranten.
Schlierenzauer: Es hat sich einfach jeder seinen Trainer gesucht, um weiterzukommen. Jetzt haben wir eine ideale Lösung. Nun arbeiten wir auch in der Vorbereitung mit den Trainern, die im Winter an der Schanze stehen. Leute wie Markus Maurberger sind weiterhin wichtige Back-up-Trainer. Wenn es im Winter Probleme gibt, kann man mit diesen Betreuern daheim trainieren. Wir sind sehr gut aufgestellt.

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