Di, 21. November 2017

„Menschenunwürdig“

01.07.2014 08:06

Prostituierte lebten zusammengepfercht in Keller

Nicht nur am Strich stoßen Polizei und Ordnungsamt immer wieder auf haarsträubende Zustände. Bei einer Kontrolle am Wochenende entdeckten die Behörde im Salzburger Stadtteil Schallmoos ein Bordell, in dem die Frauen unfreiwillig unter der Erde hausten - und das unter menschenunwürdigen Umständen.

Der interne Bericht des Magistrats vom 27. Juni hat es in sich - ein Zitat: "Bei der Kontrolle eines Bordellbetriebes wurden durch die einschreitenden Organe nicht gekannte absolute Missstände bei der Unterbringung von Prostituierten festgestellt. In beispielloser menschenunwürdiger Weise wurden 15 rumänische Prostituierte in sechs Räumlichkeiten im Kellergeschoß im Anschluss an die Tiefgarage untergebracht."

Weder Tageslicht noch Frischluftzufuhr
In einem Doppelbett schliefen sechs Frauen, in einem Einzelbett vier. Es gab weder Tageslicht noch Frischluftzufuhr. Alle Räume münden in einen Vorraum, der als Garage fungiert und in dem auch noch eine zusammengezimmerte Bar steht. Aus den Wänden ragten in den Zimmern offene Stromkabel, bei einem etwaigen Brand wäre eine Flucht kaum möglich gewesen.

Die Besitzer des Etablissements an der Sterneckstraße wurden nun mehrfach angezeigt, ein Strafverfahren wurde ebenso eingeleitet.
Die städtische Baubehörde reagierte am selben Tag und verbot die Unterbringung der Prostituierten im Keller. Die Frauen siedelten in den ersten Stock um, wo sanitäre Anlagen eingebaut werden müssen. Weitere Kontrollen im Bordell sowie am Schallmooser Straßenstrich sind geplant, seit 2012 sind fast 900 Anzeigen erstattet worden.

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