So, 21. Jänner 2018

Papst warnt:

30.06.2014 16:16

"Christenjagd schlimmer als unter Kaiser Nero"

Während die radikalislamistische sunnitische Miliz ISIS im Irak weiter auf dem Vormarsch ist und in den von ihr besetzten Gebieten des Zweistromlandes und des benachbarten Syrien ein Kalifat ausgerufen hat, steigt die Angst unter den dort lebenden Schiiten und Christen. Die Extremisten führen Krieg gegen alle Andersgläubigen. Vor diesem Hintergrund warnte Papst Franziskus am Montag: "Die Christenverfolgung ist derzeit schlimmer als im Römischen Reich unter Kaiser Nero."

Unter Nero, römischer Kaiser von 54 bis 68 nach Christus, wurden zahlreiche Christen im Rahmen von sogenannten Zirkusspielen vor den Augen des Volkes hingerichtet. Sie waren mehr oder weniger kollektiv für einen verheerenden Brand in Rom verantwortlich gemacht worden. Doch weder ihnen noch Nero selbst, der von der christlichen Minderheit beschuldigt worden war, konnte je Brandstiftung nachgewiesen werden.

Papst Franziskus zeigte sich nun während einer Frühmesse im Vatikan besonders über die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten besorgt. Oft müssten Christen dort demnach vor Verfolgungen flüchten und würden teils sogar umgebracht. Tatsächlich sind in den letzten Wochen Hunderte christliche Familien vor den Angriffen der ISIS aus dem Nordirak geflohen. Offenbar nehmen die Dschihadisten gezielt christlich geprägte Städte ins Visier ihrer Artillerieangriffe.

Papst: Christen erleiden "Märtyrertod"
Jene Christen, die es nicht schaffen und ums Leben kommen, sind für Franziskus "Märtyrer". Jesus selbst sei der "erste Märtyrer" und durch sein Blutvergießen "erster Zeuge des Glaubens" gewesen. So wie in ihrer Geschichte sei die Kirche auch heute "vom Blut der Märtyrer getränkt", betonte der Papst mit Blick auf "so viele verfolgte Christen".

Schon nach dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein 2003 hatten irakische Christen in Scharen ihre Heimatorte auf der Flucht vor der Gewalt von islamistischen Extremisten sowie dem Bürgerkrieg verlassen. Von den einst rund 1,5 Millionen Christen leben heute laut Schätzungen nur noch rund 300.000 im Land - und die Zahl sinkt laufend.

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