Fr, 24. November 2017

1.250 Asylwerber

26.06.2014 17:00

Lokalaugenschein im Flüchtlingslager Traiskirchen

Die Debatte ist nicht neu, doch jetzt hat das politische Gezerre um Asylwerber eine neue Dimension erreicht. Die katastrophale Lage in Syrien hat es ausgelöst, der Flüchtlingsstrom macht auch vor Österreich - vor allem dem Erstaufnahmelager Traiskirchen - nicht halt. Von "unhaltbaren Zuständen" und "völliger Überbelegung" ist die Rede. Die "Krone" machte sich am Donnerstag selbst ein Bild vor Ort.

Ein Mädchen, etwa zwei Jahre alt, sitzt auf einer der Grünflächen am 11,4 Hektar großen ehemaligen Kasernenareal. Sie spielt mit ihren rosaroten Schuhen, der Kastanienbaum wirft ihr Schatten. Was rund um sie herum passiert, ist ihr egal. Frauen in Kopftüchern tratschen angeregt, junge Männer schlendern übers Gelände. Flüchtlinge mit roten Tarnwesten säubern die Straße. Drei Euro bekommen sie dafür bezahlt, wenn sie sich arbeitstechnisch im Lager engagieren. Pro Stunde, bar auf die Hand.

1.250 Menschen in Traiskirchen registriert
Exakt 1.250 Menschen waren Donnerstag früh in Traiskirchen registriert. "Die tägliche Herausforderung ist enorm", sagt Gernot Maier, Flüchtlingsexperte des Ministeriums. Aus den Nähten platze hier aber gar nichts. Bau- und feuerpolizeiliche Grenzen seien längst nicht erreicht - das Flüchtlingslager könne bis zu 1.700 Menschen fassen. Maier: "Das bedeutet aber nicht, dass wir das wollen. Jedes Bundesland steht jetzt vor der Herausforderung, Plätze zu schaffen."

Zusagen liegen bereits auf dem Tisch von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Ein Flüchtling ist übrigens meist männlich - zwischen 16 und 30 Jahre alt. Aber auch Mütter und ihre Kinder blicken derzeit in Traiskirchen einer ungewissen Zukunft in dem aus ihrer Sicht gelobten Land entgegen. "Und wir können hier nur eines machen", so Maier: "Sie auf den Boden der Realität holen."

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