Do, 14. Dezember 2017

Mangels Tatverdachts

26.06.2014 08:26

Grazer Imam wieder auf freien Fuß gesetzt

Der Anfang Juni wegen Terrorverdachts in Graz inhaftierte Imam ist "mangels dringenden Tatverdachts" auf freien Fuß gesetzt worden. So habe es ein Senat am Dienstag entschieden, sagte Caroline List, Sprecherin des Oberlandesgerichts Graz. Die Ermittlungen gehen dennoch weiter.

Wer sind in Syrien die Guten, wer die Bösen? Wer ist in einem Bürgerkrieg ein Terrorist? Wo und in welcher Form wurden angeblich für den Syrienkrieg angeworbene Jugendliche in Syrien ausgebildet? Diese Fragen hatte der Senat 9 des Oberlandesgerichts abgewogen. Das Ergebnis: Man kann sie nicht zweifelsfrei beantworten. Darum wurde der verhaftete Islam-Prediger am Dienstag aus der U-Haft entlassen.

Der hatte ja bereits seine Unschuld beteuert. "Das heißt nicht, dass die Strafverfolgung eingestellt wird oder man künftig einfach so Syrienkrieger anwerben darf", so Caroline List vom OLG. "Wir ermitteln in dem Fall weiter!", betonte Hans-Jörg Bacher, Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft.

Imam bestreitet Vorwürfe
Der Geistliche hatte - wie berichtet - gegenüber dem "profil" bestritten, jemals dazu aufgerufen zu haben, sich am Kampf gegen das syrische Regime unter Präsident Bashar al-Assad zu beteiligen. Er kenne aber einige junge Männer, die nach Syrien gegangen sind.

"Richtig ist, dass diese - so wie viele andere Tschetschenen in Graz auch - die Tawhid-Moschee besucht haben. Schließlich handelt es sich um die einzige tschetschenische Moschee in Graz", sagte der Imam. Aber er habe nichts von ihren Plänen gewusst.

Gefahr durch heimkehrende Islamkrieger
Tatsache bleibt dennoch: In Österreich werden Kämpfer für den Syrienkrieg angeworben. Die Staatsschützer sehen insbesondere in den heimkehrenden, radikalisierten Islam-Kämpfern eine große Gefahr für den Staat. Etwa 60 dieser Syrienkämpfer sollen bereits wieder in Österreich sein - einige auch in Graz.

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