So, 22. Oktober 2017

"Tell Me Dave"

24.06.2014 10:48

Forscher lassen Roboter nach Anweisung kochen

Forscher der Cornell University im US-Bundesstaat New York haben einem Roboter beigebracht, nach Anweisung zu kochen. Was zunächst nach einer praktischen Haushaltshilfe klingt, ist tatsächlich der Versuch, Roboterprogrammierung für Menschen ohne Programmierkenntnisse zu ermöglichen. Statt komplexer Codes reicht es beim Roboter der Forscher, ihm normale Anweisungen zu geben.

"Gib ein wenig Kaffee in eine Schüssel. Füge Eiscreme deiner Wahl hinzu. Gib am Ende Himbeersirup in die Mixtur." Geht es nach Ashutosh Saxena, Dipendra Misra und Jaeyong Sung von der Cornell University, sollen Roboter künftig mit solch einfachen Befehlen kommandiert werden, statt ihnen jeden Handgriff mühsam einzuprogrammieren.

Ihr Roboter ist ein erster Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der Menschen mit Maschinen reden und ihnen auf diese Weise Befehle geben.

Die Schwierigkeit an dem Projekt: Während Menschen fehlende Informationen einfach aus dem Kontext herausinterpretieren können, brauchen Roboter eigentlich extrem präzise Informationen darüber, was sie genau tun sollen.

Sprachbefehle für Roboter schwer umsetzbar
Würde man beispielsweise einem Menschen die Zubereitung eines Käsetoasts auftragen, braucht man ihm nicht jeden einzelnen Arbeitsschritt erklären. Er wird automatisch zu Brot und Käse greifen und das Gericht zubereiten. Ein Roboter hingegen bräuchte die genaue Handlungsabfolge: Brot schneiden, Brot A hinlegen, Käse darauf geben, mit Brot B abdecken, in den Toaster legen, Toaster einschalten – und so weiter. Streng genommen müsste man dem Roboter sogar noch mitteilen, wo er die einzelnen Zutaten und den Toaster findet.

Beim Roboter der Forscher ist das nicht so. Er ist einem "CNET"-Bericht zufolge mit einer 3D-Kamera ausgestattet, mit der er seine Umgebung inspiziert. Software zur Erkennung von Objekten und eine Datenbank, die Instruktionen zur Verwendung dieser Objekte enthält, sind ebenfalls an Bord. Zudem haben ihm die Forscher in mühsamer Kleinarbeit beigebracht, menschliche Sprachkommandos zu verstehen und sie richtig zu interpretieren. Der künstliche Koch versteht sogar Synonyme – ihm ist es egal, ob ein Befehl "Transportiere den Topf zum Herd" oder "Trage den Topf zum Herd" lautet.

Crowdsourcing soll Software verbessern
Wie das Video zeigt, funktioniert der Roboter bereits vergleichsweise zuverlässig. Noch ist er aber ziemlich langsam – zu langsam, um in absehbarer Zeit tatsächlich eine passable Küchenhilfe abzugeben. Auch seine Erfolgsquote ist noch nicht so hoch, wie sich die Forscher das wünschen. Beim Zubereiten von Nudelsuppe gelingt das Gericht nur bei rund zwei Dritteln der Versuche. Dennoch zeigt die Maschine, dass sprachliche Interaktion mit Robotern möglich ist.

Nun soll der Roboter schnell weiterentwickelt werden. Über eine Crowdsourcing-Website kann sich jedermann an der Verbesserung der Software beteiligen. Bei "Tell Me Dave" können registrierte Nutzer in einem kleinen Minispiel Küchenaufgaben erledigen, die ihnen vom Spiel aufgetragen werden. Die Handgriffe werden aufgezeichnet und fließen in eine große Datenbank, mit der Roboter künftig besser und schneller auf Sprachkommandos reagieren sollen.

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