Mo, 11. Dezember 2017

Nach Höhlendrama

21.06.2014 10:44

"Goldene Krone" für unermüdliche Untersberg-Helfer

Sie haben Unglaubliches geleistet und bleiben dabei ganz bescheiden. "Es war eine Gemeinschaftsaktion", sind sich die Salzburger Höhlenretter einig. Deshalb nahmen Daniel Fliesser, Hannes Hönegger, Sabine Zimmerebner, Gerhard Zehentner und Norbert Rosenberger im Namen aller Retter die "Goldene Krone" entgegen.

Ihre Aufgaben waren verschieden, das Ziel aber dasselbe: Johann Westhauser so schnell und schonend wie nur irgendwie möglich aus der Riesending-Schachthöhle aus dem Untersberg zu befördern.

Einer der ersten Höhlenretter, die zum verletzten Deutschen vordrang, war Hannes Hönegger aus Lessach. Er war bereits am Pfingstsonntag nach Bayern gereist, kam nach zweieinhalb Tagen wieder an die Oberfläche, um nur wenige Tage später, am 16. Juni, noch einmal einzusteigen. "Beide Male hatte ich den Auftrag, die Ärzte hineinzubegleiten", schildert der Lungauer. "Wir leisteten Hilfestellung, wo es nötig war, halfen beim Kochen und so weiter."

"Als ich den Verletzten sah, wusste ich, den bekommen wir hier raus", erinnert sich Sabine Zimmerebner. Als sie vom Unglück hörte, bot sie sofort ihre Hilfe an. Auch, weil sie Westhauser persönlich kennt. Die Salzburgerin war fünf Tage in der Höhle, versorgte den Patienten und begleitete ihn einen Teil des Weges ans Tageslicht.

Salzburger freuten sich über die Videobotschaft
Die fünf Salzburger hat auch die Videobotschaft Westhausers (siehe Infobox) aus dem Krankenhaus Murnau vom Freitag erreicht. "Das zu sehen, war ein sehr schöner Augenblick", sagen sie. Sie wissen: "Ohne seine starke mentale und körperliche Verfassung wäre es wohl anders ausgegangen."

Insgesamt 728 Personen waren an der Rettungsaktion beteiligt, 202 davon waren in der Höhle. "Die Leute, die rund um den Untersberg arbeiteten und nicht in der Höhle waren, muss man genauso ins Rampenlicht rücken wie alle anderen", sind sich die Retter einig. Sei es das Kochen für die Einsatzkräfte, das Besorgen von Material oder die Übermittlung kleiner Nachrichten von den Familien an die Retter oder umgekehrt. Ohne diese Stützen an der Oberfläche wäre dieser Einsatz mit Sicherheit um einiges schwerer gefallen.

Bevölkerung nahm Anteil an der Rettung
Besonders imponiert hat den Salzburgern auch die Anteilnahme der Bevölkerung. "Da brachten zum Beispiel Frauen auf einmal Kuchen für die Einsatzkräfte oder es kam jemand mit Spezial-Zündhölzern", berichtet Zimmerebner. Aber auch der Wirt vom Stöhrhaus oben am Untersberg wird ihnen wohl lange in Erinnerung bleiben. "Er hat Räume zur Verfügung gestellt und einen Teil der Einsatzkräfte bewirtet und das, obwohl er auch sonst genug zu tun hatte", berichtet Gerhard Zehentner.

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