Do, 23. November 2017

„Handy-Thriller“

18.06.2014 09:39

Nokia zahlte Millionen Euro an Symbian-Erpresser

Der finnische Handyhersteller Nokia hat nach einem Bericht des lokalen Fernsehsenders MTV vor sechs Jahren "mehrere Millionen Euro" an Erpresser gezahlt, die damit gedroht hatten, die Schlüssel für die Verschlüsselungsfunktion von Nokias damaligem mobilen Betriebssystem Symbian zu veröffentlichen. Die Erpresser entkamen mit dem Geld – und werden bis heute gesucht, wie die Polizei am Dienstag gegenüber Reuters bestätigte.

Die Erpresser waren demnach Ende 2007 an Nokia herangetreten. Der finnische Handyhersteller, zum damaligen Zeitpunkt Weltmarktführer, fürchtete durch den Verkauf der Software-Schlüssel um die Sicherheit seines Symbian-Betriebssystems und erklärte sich daraufhin zur Zahlung "mehrerer Millionen" an die Erpresser bereit. Kriminelle hätten andernfalls mithilfe der Software-Schlüssel Schadsoftware in das Betriebssystem einschleusen und damit Millionen Kunden weltweit gefährden können.

Nachdem sich die Erpresser bei Nokia gemeldet hatten, schaltete der Handyhersteller die Polizei ein. Unter Aufsicht dieser und mit deren Absprache erfolgte schließlich Anfang 2008 auf einem Parkplatz im finnischen Tampere die Geldübergabe. Die Erpresser entkamen mit der nicht näher genannten Summe Geldes, die Suche nach ihnen verlief bis heute erfolglos. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte ein Polizist die andauernden Ermittlungen. Nokia selbst sei für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar gewesen, hieß es.

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