Mi, 22. November 2017

Erdogans Wien-Besuch

14.06.2014 16:45

Bürgermeister Michael Häupl warnt vor Hysterie

Der für kommenden Donnerstag geplante Besuch von Türkenpremier Recep Tayyip Erdogan hat im Vorfeld für hitzige Diskussionen gesorgt. Wiens "Hausherr", Bürgermeister Michael Häupl, versucht im "Krone"-Gespräch nun zu beruhigen: Er warnt vor einer Erdogan-Hysterie und einem künstlichen Aufschaukeln einer rein privaten Visite des türkischen Politikers.

Häupl grundsätzlich über den Erdogan-Besuch: "Er kommt nach Wien, das ist seine Entscheidung, und die ist zu akzeptieren. Wenn es ein Privatbesuch ist, dann ist und bleibt das privat. Ich bin nicht der Veranstalter des Auftrittes von Erdogan, wir werden aber schauen, das in Ordnung zu halten."

In Ordnung halten heißt so viel wie die Veranstaltung in der Wiener Albert-Schultz-Eishalle samt Erdogan-Festrede für das zehnjährige Bestehen des Vereins Union Europäisch-Türkischer Demokraten sicher über die Bühne zu bringen.

Wie es dazu heißt, hat sich die Polizei ausdrücklich diese Halle "gewünscht", weil sie sich hier leichter und besser Überblick über etwaige Gegendemonstrationen verschaffen und eventuell notwendige Vorkehrungen treffen kann.

Häupl: "Integrieren ist wichtig"
Dass Erdogan bei einer Veranstaltung in Köln zuletzt gesagt hatte, Türken in Europa sollten sich nicht assimilieren bzw. integrieren, findet Bürgermeister Häupl problematisch und nicht in Ordnung. Der Wiener Bürgermeister: "Integrieren ist wichtig, genauso wie Deutsch lernen, die Gesetze achten und Respekt zeigen. Niemand verlangt ja, dass die in Wien lebenden Türken ihre Kultur aufgeben, das ist auch nicht notwendig, Deutsch lernen und integrieren aber sehr wohl." Diese Meinung vertrete ja "auch die Mehrheit der türkischen Community".

Häupl lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich Außenminister Sebastian Kurz, der in Sachen Integration und Deutsch lernen "die richtigen Worte gefunden hat". Was den Erdogan-Auftritt selbst betrifft, so meint Häupl im "Krone"-Gespräch, man werde sehen, was Erdogan zu sagen habe. Davon hänge vieles ab.

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