Di, 24. Oktober 2017

Drogen finanziert

12.06.2014 13:00

Fünffacher Bankräuber zu 5 Jahren Haft verurteilt

Ein fünffacher Bankräuber ist am Donnerstag in Klagenfurt zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der 36-jährige Familienvater aus Kärnten war geständig, seine Drogensucht hätte ihn zu den Überfällen getrieben. Er ist seit vielen Jahren in einem Drogensubstitutionsprogramm, die verschriebene Menge reichte ihm aber nie. Dem Staatsanwalt war die Strafe zu milde, er kündigte Berufung an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Wegen seiner Drogenprobleme war der Installateur schon früher immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Seit 2005 schien dann Ruhe zu sein. Ab 2011 begann er aber mit seinen Bankrauben. Im März 2014 geriet er nach einem Banküberfall in Villach an einen couragierten Passanten, der ihm nachlief und ihn stellte. Erst eine vorgehaltene Softgun und eine Ladung Pfefferspray brachte den 45-Jährigen dazu, die Verfolgung aufzugeben. Dennoch kam die Polizei so zu den entscheidenden Hinweisen auf den Verdächtigen, die Festnahme folgte.

Bei der Polizei gestand der 36-Jährige schließlich die vier anderen Überfälle, den ersten hatte er 2011 verübt. Insgesamt hatte der Angeklagte bei den Überfällen, für die er stets eine täuschend echt aussehende Softgun verwendet hatte, mehr als 200.000 Euro erbeutet.

Angeklagter: "Ich habe ein Doppelleben geführt"
Seine Partnerin und die Familie wussten nichts von den Drogenproblemen, geschweige denn von den Rauben. "Ich habe ein Doppelleben geführt", erklärte der 36-Jährige dem Staatsanwalt, als dieser wissen wollte, warum der Angeklagte nie eine stationäre Therapie versucht habe. Richter Norbert Jenny stellte klar, dass der Angeklagte nicht das ganze erbeutete Geld für Drogen ausgab. "Damit haben Sie auch einen BMW finanziert."

Staatsanwalt Christian Pirker betonte in seinem Plädoyer, dass sich der Angeklagte wiederholt Kapitalverbrechen zuschulden kommen habe lassen, dass es insgesamt sieben unmittelbar bedrohte Bankangestellte gibt und dass der finanzielle Schaden "extrem hoch" sei. An dem 45-jährigen Passanten habe der 36-Jährige außerdem eine Nötigung und eine Körperverletzung begangen.

36-Jähriger ist "kein Profi, sondern ein kranker Mensch"
Verteidiger Frank Carlo Gruber entgegnete, sein Mandant sei "kein Profi, sondern ein kranker Mensch". Die Taten stünden in "auffälligem Widerspruch" zum sonstigen Leben des Mannes, der eigentlich nett, zuvorkommend und hilfsbereit sei, sein ganzes Leben lang gearbeitet habe. Er habe bei der Polizei dann von sich aus reinen Tisch gemacht und auch die anderen Überfälle gestanden.

Der Schöffensenat sprach den Angeklagten schuldig und verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft. Zwei Versicherungen, die sich dem Verfahren als Privatbeteiligte angeschlossen hatten, muss er über 100.000 Euro Schadenersatz zahlen. Der 36-Jährige nahm die Strafe an. Staatsanwalt Pirker meldete Berufung an. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

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