Fr, 24. November 2017

„Stinkt zum Himmel“

12.06.2014 09:30

Unfälle fingiert: Tiroler muss zwei Jahre in Haft

Immer wieder war ein 32-Jähriger in Verkehrsunfälle verwickelt. Unglaubliches Pech könnte man meinen - doch die Versicherungen schauten genauer hin. Und so stand der Tiroler - der auch als Versicherungsberater Schadensmeldungen fälschte - wegen nicht weniger als 40 Betrügereien vor Gericht. Nun wartet das Gefängnis.

Eine Anzeige im Sommer 2011 brachte den Stein ins Rollen. Die Polizei entdeckte daraufhin auf mehr als 150 Schadensmeldungen an diverse Versicherungen den Namen des 32-Jährigen - entweder selbst als Unfallbeteiligter oder als Versicherungsberater.

Ebenfalls auffällig: Die Unfallgegner waren meist Freunde, Bekannte, Kunden oder gar Familienangehörige des Mannes aus dem Großraum Innsbruck. So gab er unter anderem an, dass der Hund einer Bekannten seinen Skoda Oktavia zerkratzte, obwohl es sein eigener Vierbeiner war. 40 solcher Fälle führten schließlich zur Anklage.

"Ich bekenne mich teilweise schuldig, aber einige Unfälle sind wirklich so passiert", rechtfertigte sich der Angeklagte am Innsbrucker Landesgericht. An mehreren Verhandlungstagen nahm der Schöffensenat rund um Richterin Helga Moser jede einzelne Schadensmeldung genau unter die Lupe. Zeugen und Sachverständige wurden befragt.

"Dass Asphaltbrocken von einem vor Ihnen fahrenden Lkw auf Ihr Auto gefallen sind und Sie dann Dellen in der Fahrertür hatten, ist physikalisch schon gar nicht möglich. Zudem sind drei Unfälle in wenigen Tagen, mit einem Fahrzeug, dass erst wenige Tage zuvor angemeldet wurde, mehr als unglaubwürdig", meinte Staatsanwalt Hansjörg Mayr, der auch anmerkte, dass nie die Polizei hinzugezogen wurde.

Auch Richterin Moser und die Schöffen waren in den meisten der angeklagten Fälle derselben Meinung. "Einige Geschichten stinken zum Himmel", sagte Moser. Urteil: zweieinhalb Jahre Haft. Zudem muss der 32-Jährige rund 50.000 Euro an die Versicherungen zurückzahlen. Nicht rechtskräftig.

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