Di, 21. November 2017

Aktionstag

11.06.2014 09:04

Taxifahrer protestieren gegen App-Anbieter Uber

Taxifahrer weltweit machen am Mittwoch mobil gegen Limousinendienste wie Uber oder WunderCar, die über Smartphone-Apps Fahrdienste vermitteln. In Berlin und in Hamburg sind am Nachmittag Sternfahrten geplant, der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband rechnet mit bis zu tausend Teilnehmern allein in Berlin. Auch in Paris, London, Mailand, Madrid, Lissabon, Sao Paolo oder Chicago sind Protestaktionen geplant.

Kleinere Proteste als in Berlin sind nach Angaben des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands in Hamburg, Köln und München geplant. In London wollen Tausende Taxifahrer langsam durch das Zentrum fahren, die Veranstalter erwarten 10.000 bis 12.000 Teilnehmer. In Mailand wird mit rund 5.000 streikenden Fahrern gerechnet, auch in Madrid sind Tausende Taxifahrer zum Streik aufgerufen. In Paris wollen rund 3.000 Fahrer die Flughäfen Orly und Charles de Gaulle blockieren. Proteste sind auch in Lissabon, Sao Paolo und Chicago geplant.

App vermittelt private Fahrten
Die Taxifahrer sehen ihr Geschäft von den App-Anbietern bedroht. Aus ihrer Sicht gibt es einen unfairen Wettbewerb, weil für die neuen Rivalen aus dem Internet die strikte Regulierung des Taxi-Gewerbes ausgehebelt sei. Ein rotes Tuch ist für sie vor allem die US-Firma Uber, die in rund 20 europäischen Städten aktiv ist, darunter auch Wien. Mit dem Programm des Unternehmens können sich Privatleute als Fahrer anbieten, eine Fahrt ist laut Uber 20 Prozent günstiger als mit dem normalen Taxi.

In Wien gilt laut Uber-Homepage ein Startpreis von vier Euro, dazu kommen 1,50 Euro je Kilometer und 0,40 Euro je Minute, aber auch ein Mindestbetrag von neun Euro für eine Fahrt - so wird etwa die Strecke Oper bis Schottentor um neun Euro angeboten, vom Westbahnhof zum Rathaus sind es pauschal zwölf Euro. Von der Innenstadt zum Flughafen werden 50 Euro verlangt und damit mehr als mit einer Pauschale bei Taxifunkdiensten.

Taxler kritisieren fehlende Kontrollen und Sicherheiten
Private Fahrer seien oft nicht für die Beförderung versichert, absolvierten keine regelmäßigen Gesundheitschecks, ihre Ausbildung und der technische Zustand des Autos würden nicht geprüft, kritisierte der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands BZP, Michael Müller, zum Aktionstag. Uber entgegnet stets, man überprüfe die Fahrer und sorge für die Sicherheit der Fahrgäste.

Der Dienst musste in Europa bereits Rückschläge hinnehmen. In Brüssel wurde Uber der Betrieb untersagt, in Frankreich gibt es Einschränkungen. In Berlin erwirkte ein Taxifahrer im Frühjahr eine einstweilige Verfügung gegen Uber, vollstreckte sie jedoch unter Hinweis auf wirtschaftliche Risiken nicht. Vergangene Woche besorgte sich Uber 1,2 Milliarden Dollar (885,8 Millionen Euro) frisches Geld von Investoren, das Unternehmen aus San Francisco wurde dabei insgesamt mit 17 Milliarden Dollar bewertet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden