Mi, 13. Dezember 2017

Bernhardiner "Barry"

10.06.2014 09:14

Retter ohne Schnapsfass: Schweiz ehrt Nationalhund

Es war ein Hundeleben voller Heldentaten, Legenden ranken sich um den berühmtesten Bernhardiner der Welt. 200 Jahre nach "Barrys" Tod ehrt die Schweiz ihren Nationalhund - und räumt mit Mythen auf.

Treue Augen, kuschliges Fell, bärenstark, mutig und ein echter Freund aller Zweibeiner in Not. So lebt Barry vom Großen St. Bernhard in den Legenden fort. Mindestens 40 Menschen soll der Bernhardiner in den Hochalpen vor einem eisigen Tod bewahrt haben, ehe er 1814 starb. 200 Jahre danach ehrt die Schweiz ihren Nationalhund nun mit einer neu gestalteten Ausstellung in Bern. Am 13. Juni wird sie dort im Naturhistorischen Museum eröffnet.

Barry war zuverslässig und hilfreich
In den Hauptort der Eidgenossenschaft hatten die Augustinermönche vom Hospiz auf dem St. Bernhard-Pass ihren Barry gebracht, als er 1812 altersschwach geworden war. Keiner der vielen Hunde, mit denen Mönche seit Mitte des 17. Jahrhunderts in der rauen Bergwelt auf 2.500 Metern Höhe nach Verirrten suchten, war so hilfreich und zuverlässig wie Barry.

Bernhardiner als Präparat im Museum
Aus Dankbarkeit ließ der Prior der Augustiner-Chorherren ihn präparieren. Und seit 1923 steht der wohl berühmteste aller Bernhardiner ausgestopft in dem Berner Museum. Und zwar mit einer Requisite um den Hals, die zwar Kult ist, aber mit der Wahrheit nichts zu tun hat: das Schnapsfässchen mit dem Schweizer Kreuz.

Schnapsfässchen ein Fantasieprodukt
Spätestens seit 1956 ist klar, dass die Geschichte mit dem "Lebenswasser", das Barry steif gefrorenen Lawinenopfern gereicht haben soll, ein Fantasieprodukt ist. "Was aber das Rumfässchen betrifft", gab damals ein Geistlicher des Hospizes zu Protokoll, "so haben die Hunde zu keiner Zeit eines getragen."

Mönche und Hunde retteten 2.000 Menschen
Wahr ist aber, dass die Mönche des im 11. Jahrhundert von Bernhard von Menthon gegründeten Hospizes etwa ab Mitte des 17. Jahrhunderts mit Hunden täglich die Höhenwege in der Grenzregion zwischen der Schweiz und Italien absuchten. Mithilfe der Vierbeiner konnten sie im Laufe von rund 200 Jahren etwa 2.000 Menschen retten - Söldner und Händler, Zöllner ebenso wie Schmuggler und auch viele Tagelöhner, die den Pass auf der Suche nach Arbeit überquerten.

Bernhardiner sind Schweizer Attraktion
Von Bauern aus der Umgebung, die Bernhard als Heiligen verehrten, bekamen die Mönche robuste Vierbeiner geschenkt. Später begannen sie mit der Zucht der nach dem Hospizgründer benannten Rasse. Als Retter werden Bernhardiner heute nicht mehr eingesetzt. Aber als Therapiehunde in der Pflege und Rehabilitation sind die kontaktfreudigen Tiere mit ihrem ausgeglichenen Gemüt in der Schweiz beliebt. Und die heutigen Mönche bieten Touristen als besondere Attraktion Wanderungen auf dem Pass mit Bernhardiner-Begleitung an.

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