Mo, 23. Oktober 2017

Nach Gerichtsurteil

05.06.2014 13:51

Zwangsbeglückung via SMS: T-Mobile lenkt nun ein

T-Mobile Austria lenkt ein - die Zwangsbeglückung durch kostenpflichtige Zusatzdienste, die die Kunden aktiv abbestellt mussten, um nicht mehr zu zahlen, hat ein Ende. Der zweitgrößte Handynetzbetreiber kündigte heute in einer Aussendung an, die Entscheidung des Gerichts zu akzeptieren und die Zusatzdienste nur noch nach aktiver Anmeldung zu verrechnen.

Auch "Drei" hatte kürzlich seine Kunden mit dieser laut Arbeiterkammer "aggressiven Geschäftspraxis" konfrontiert. Sie erhielten zwei Zusatzdienste angeboten, die sie aktiv abbestellen mussten, um nicht die Handyrechnung zu erhöhen. Dies wird sich die AK nun anschauen, hieß es am Donnerstag.

"Wie bisher wird Kunden der in das T-Mobile-Netz integrierte und täglich aktualisierte Internetschutz für eine Testphase gratis angeboten. Danach kann das Produkt mittels SMS oder Bestätigung auf der Internet-Startseite kostenpflichtig bestellt werden. Erfolgt keine aktive Bestellung wird Internetschutz wieder deaktiviert", so die nun konsumentenfreundlichere Vorgangsweise der Tochter der Deutschen Telekom.

Sinneswandel dauerte sieben Monate
Zu der Erkenntnis hatte sich T-Mobile sieben Monate lang durchringen müssen - bereits im November des Vorjahres hatte in der Causa der Oberste Gerichtshof festgestellt, dass es sich hierbei um eine unzulässige aggressive Werbung handelt. "Dem Kunden wird nämlich eine Vertragsänderung aufgedrängt, die er sonst - bei Erhalt einer bloßen Information über die Änderungsmöglichkeit - nicht akzeptiert hätte", hieß es in der OGH-Erkenntnis.

Konsumentenschützer Paul Rusching von der Arbeiterkammer Vorarlberg forderte daraufhin eine gesetzliche Möglichkeit der Abschöpfung für zu Unrecht erworbene Gewinne. Schließlich habe sich der Mobilfunkanbieter einen nicht unbeträchtlichen zusätzlichen Umsatz verschafft. Solche Gewinne müssten an den Bundeshaushalt ausgezahlt werden, verwies Rusching auf eine entsprechende Regelung im deutschen Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

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